FRÜHERER FINANZMINISTER GRIECHENLANDS WARNT VOR SCHWERER KRISE

Ausländische Investoren stoßen in großer Anzahl ihre US-Treasuries ab. Sie sind bedeutend für die globale Finanzstabilität. Bei gleichbleibender Verkaufsgeschwindigkeit droht in wenigen Monaten eine schwere Krise.

Nach den Worten von Yanis Varoufakis, dem früheren Finanzminister von Griechenland, bereiten sich die Zentralbanken auf eine Krise vor, die in schätzungsweise zwölf bis 18 Monaten eintritt. In einem Youtube-Video berichtet Varoufakis von einem „Notfalltreffen von Zentralbankvertretern aus der gesamten westlichen Welt“. Regierungsvertreter, hochrangige politische Berater der Fed, der EZB, der Bank of England, Bank of Japan und anderer Institutionen hätten in Basel in der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich über ein Krisenmanagement gesprochen.

Varoufakis sagt, er habe daran teilgenommen und werde gegen mehrere Vertraulichkeitsvereinbarungen verstoßen, damit die Menschen erfahren, was auf sie zukommt.

https://www.youtube.com/watch?v=zVZ9gJbYQPI&t=4s

Ausländische Zentralbanken würden US-Staatsanleihen schneller als bislang bekannt verkaufen. Offizielle Daten zeigen nur moderate Rückgänge. Um die Transaktionen zu verschleiern, würden Zwischenhändler, Offshore-Vehikel und getarnte Währungsswaps genutzt. Denn ohne diese Tarnung würden die Märkte für Staatsanleihen wegen der hohen Verkaufsgeschwindigkeit in kürzester Zeit zusammenbrechen.

Europäische Institutionen würden ihre Werte nun in alles diversifizieren, was nicht mit dem US-Dollar zu tun hat, insbesondere in Gold und Yuan-Anleihen, aber auch in Bitcoin. Der Repo-Markt, das Fundament des Finanzsystems, breche zusammen. Banken verlangten höhere Zinsen für Kredite gegen Staatsanleihen, was bedeute, dass der Markt das Risiko von Staatsanleihen einpreist. Die Fed greife ständig ein, um einen Zusammenbruch zu verhindern, könne dies aber nicht ewig tun, so Varoufakis.

Zudem würden die Zentralbanken Kapitalkontrollen vorbereiten, über die sie nicht öffentlich sprechen wollen. Geplant seien Beschränkungen für Geldtransfers ins Ausland. Bei dem Treffen habe Varoufakis auch eine große Angst vor dem Zusammenbruch der Pensionsfonds erlebt. Man rechne mit Verlusten in Höhe von drei bis fünf Billionen US-Dollar bei den Renten, wenn die Zinsen um weitere 200 Basispunkte steigen.

Man gehe davon aus, dass die Dominanz des US-Dollars ende und arbeite an einem Weg, den Übergang ohne einen vollständigen Zusammenbruch zu bewältigen. Varoufakis äußert hierzu Bedenken und glaubt nicht an ein Gelingen — mit fatalen Folgen, die er anschließend beschreibt. Europa sei am schlechtesten aufgestellt, meint er und verweist auf den Verlust der industriellen Basis, die Energieabhängigkeit und fehlende militärische Kapazitäten. Der Zusammenbruch Deutschlands entferne Europas wirtschaftlichen Anker. Wenn sich das Dollarsystem neu strukturiere, werde es Kollateralschäden geben, warnt er und deutet eine Versorgungskrise an. Im besten Falle komme es zu einem langsamen Niedergang über ein Jahrzehnt, im schlimmsten Falle zu einer plötzlichen Krise.

Das System sei inzwischen so fragil, dass jeder Schock zum Zusammenbruch führen könnte. Ein Vertreter der nordischen Zentralbank habe mögliche Auslöser genannt: ein großes Land, das die vollständige Abkehr vom Dollar ankündigt, eine gescheiterte Auktion von Staatsanleihen, eine geopolitische Krise, die das Einfrieren von Vermögenswerten erzwingt, oder ein kumulierter Druck, der einen Wendepunkt erreicht.

Die globale Wirtschaftsordnung sei eine Krankheit, weil sie auf Annahmen basiere, die nicht mehr zutreffen, will Varoufakis erfahren haben. Wenn die BRICS-Staaten eine gold- oder rohstoffgedeckte Handelswährung ankündigen, wenn eine andere große Volkswirtschaft aus dem US-Dollar aussteige oder wenn es zu einer größeren geopolitischen Krise komme, verkürze sich der Zeitraum bis zur Krise dramatisch.

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