Mit einem außergewöhnlichen Ballett-Doppelabend widmet sich das Thüringer Staatsballett zwei Schlüsselwerken der Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts: „Jeu de Cartes“ und „Pulcinella“. Beide Ballette verbindet die Musik von Igor Strawinsky – und doch könnten sie in Ausdruck, Stil und Atmosphäre kaum unterschiedlicher sein. Premiere ist am Freitag, den 6. Februar 2026, um 19.30 Uhr im Großen Haus Gera.
„Jeu de Cartes“ ist ein ebenso spielerisches wie raffiniertes Ballett: Eine Pokerrunde wird hier zur tänzerischen Metapher, die Karten selbst erwachen in Gestalt der Tänzerinnen und Tänzer zum Leben. Die Ursprungsversion dieses Werkes schuf der legendäre Choreograf George Balanchine 1937 für ein Strawinsky-Festival an der Metropolitan Opera in New York. Seinen nachhaltigen Erfolg verdankt „Jeu de Cartes“ jedoch der Fassung von John Cranko, die 1965 mit dem Stuttgarter Ballett uraufgeführt wurde. Diese Choreografie gilt heute als Rarität auf den Spielplänen. Umso besonderer ist es, dass das Thüringer Staatsballett dieses Werk nun in der Original-Choreografie von John Cranko auf die Bühne bringt.
Einen spannenden Kontrast dazu bildet „Pulcinella“. Das Ballett entstand aus der Begeisterung des berühmten Impresarios Sergej Diagilew für die Commedia dell’arte. Er beauftragte Igor Strawinsky mit der Komposition, die 1920 in Paris in einer Ausstattung von Pablo Picasso uraufgeführt wurde. In einer Neufassung entwickelten der Choreograf Arshak Ghalumyan und sein Librettist Norbert Skowronek ein vielschichtiges Spiel zwischen dem eigentlichen Bühnenstück „Pulcinella“ und einer Rahmenerzählung: Das Publikum wird zurückversetzt in die Spielzeit 1925/1926, als die Tänzerin und Choreografin Yvonne Georgi mit ihrer Tanztruppe am damaligen Reußischen Theater in Gera „Pulcinella“ inszenierte. Geschichte und Gegenwart, Bühne und Erinnerung verschränken sich zu einem lebendigen Tanztheater-Erlebnis.
Eine Matinee zum Ballettabend findet am Sonntag, den 1. Februar 2026, um 11 Uhr im Großen Haus Gera statt. Weitere Vorstellungen folgen am 13. und 14. Februar jeweils um 19.30 Uhr sowie im Rahmen des Ballettfestivals Gera 26 am Sonntag, den 17. Mai, um 19.30 Uhr in der gleichen Spielstätte.
Eintrittskarten sind an den Theaterkassen sowie über die Webseite des Theaters erhältlich. Diese sind unter der Rufnummer 0365 8279105 bzw. 03447 585160 sowie über „https://theater-altenburg-gera.de/” erreichbar.
QUELLE: THEATER ALTENBURG GERA GGMBH

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