DIE SITUATION AUF DEM ARBEITSMARKT

In Gera wächst der Anteil ausländischer Arbeitsloser. Sowohl die Jugendarbeitslosigkeit als auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen nimmt zu. Wesentliche Gründe sind Sprach- bzw. Qualifizierungsprobleme sowie gesundheitliche Einschränkungen.

Zum Jahresende ist die Arbeitslosigkeit in Ostthüringen saisonal begründet gestiegen, meldet die Agentur für Arbeit. Der Anstieg hat eine ähnliche Größenordnung wie in den vergangenen Jahren. Vor allem witterungsabhängige Gewerke, die Bereiche Lager und Logistik sowie der Verkauf setzten Arbeitskräfte frei. Zudem endeten im Dezember 2025 zahlreiche befristete Beschäftigungsverhältnisse. Stabilisiert hat sich in den letzten Wochen die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen. Insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe, dem Bau sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen wurden Stellen gemeldet.

Rückblickend auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes im 2025 schreibt die Arbeitsagentur, die konjunkturell und strukturell bedingte Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt setzte sich fort, bei gleichzeitig anhaltendem Mangel an Fachkräften. Es steigt sowohl die Arbeitslosenquote als auch die Zahl freier Stellen.

Während in Ostthüringen bis zum Jahr 2022 ein kontinuierlicher Anstieg bei den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen zu verzeichnen war, geht diese Zahl seit 2023 schrittweise zurück — zuletzt mit einem Minus von einem Prozent. Dieser Rückgang liegt allerdings noch im erwarteten Rahmen. Auffällig ist jedoch, dass die großen Arbeitsplatzverluste, etwa bei Automobilzulieferern, im Maschinenbau, im Einzelhandel oder bei gewerblichen Arbeitsplätzen, nicht eins zu eins zu einem entsprechenden Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt haben. Dennoch ist der Zuwachs von 11 % bei den Arbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung gegenüber dem Jahresende 2024 erheblich und stellt auch in Ostthüringen eine spürbare Belastung für Arbeitsagentur und Jobcenter dar. Mehr als die 23’087 Arbeitslosen im Jahresschnitt 2025 gab es zuletzt im Jahr 2016. Damals waren rund 25’270 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen.   

Besonders besorgniserregend ist der starke Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit um 7,2 % gegenüber dem Jahr 2024. Zugleich nimmt auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen zu. Je länger Arbeitslosigkeit andauert, desto schwieriger wird die Rückkehr in den Arbeitsmarkt. 

In der Grundsicherung hat sich die Entwicklung zuletzt etwas stabilisiert: Nach höheren Zuwachsraten im ersten Halbjahr ist die Arbeitslosenzahl zuletzt zurückgegangen und lag zum Jahresende noch um 1,3 % über dem Vorjahreswert.  Positiv bewertet die Arbeitsagentur, dass sich die Arbeitskräftenachfrage nach einem schwachen Jahresstart zuletzt etwas verbessert hat. Die Unternehmen meldeten insgesamt 1070 freie Arbeitsstellen mehr als im Jahr 2024. 

Arbeitsmarktpolitisch haben die Agentur für Arbeit und das Jobcenter vor allem in die berufliche Weiterbildung Arbeitsloser investiert, um deren Beschäftigungsfähigkeit in einem sich schnell wandelnden Arbeitsmarkt zu sichern und zu verbessern. Die Teilnehmerzahlen in allen geförderten Maßnahmen lagen rund fünf Prozent über dem Vorjahr. Der Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf die Zahl der Arbeitsplätze in Ostthüringen ist derzeit noch nicht messbar. 

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Die großen Städte Gera und Jena zählen 2025 zu den Verlierern auf dem Arbeitsmarkt in Ostthüringen. Beide verzeichnen deutlich höhere Arbeitslosenquoten als vor einem Jahr. In Jena sind die wirtschaftlichen Auswirkungen klar spürbar, während in Gera vor allem der wachsende Anteil ausländischer Arbeitsloser in der Grundsicherung prägend ist. Damit behält die Stadt laut Arbeitsagentur weiterhin die “rote Laterne“ in Thüringen. 

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