Sind die erhöhten Zahlen der besseren Erfassung geschuldet, demografischen Effekten aufgrund der alternden Bevölkerung, oder der Ausnutzung eines bequemeren Meldesystems? In Deutschland wird darüber diskutiert, warum die Arbeitsunfähigkeitszahlen zunehmen.
Statistiken zeigen, dass telefonische Arbeitsunfähigkeitsmeldungen nur einen Anteil von 1 % haben, also nicht wesentlich zum Anstieg beitragen. Die höheren Zahlen werden größtenteils auf die bessere Erfassung durch das elektronische System zurückgeführt.
Was die Art der Erkrankungen anbelangt, führen Rückenbeschwerden, Erkältungen und psychische Probleme am häufigsten zu einer Arbeitsunfähigkeit. Jüngere Menschen sind an weniger Tagen arbeitsunfähig, dafür öfter, ältere seltener, dafür länger. Die Zunahme psychischer Erkrankungen bei jüngeren Menschen kann an eine Folge der erhöhten Belastung durch Arbeitsverdichtung in vielen Unternehmen sein, und die vermehrten Stressoren im privaten Umfeld. Ein hohes Ausfallrisiko besteht auch bei Schichtarbeit mit unregelmäßigen Wechseln, verschiedenen Anfangs- und Endzeiten sowie sich ständig ändernden Aufgabenfeldern. Bei älteren Menschen sind Erkrankungen des Bewegungsapparates häufig der Grund einer Arbeitsunfähigkeit.
In Deutschland ist zudem das hohe Durchschnittsalter der Beschäftigten von Bedeutung. In nicht wenigen Betrieben sind ältere Arbeitnehmer durch Arbeitsverdichtung einer physischen Belastung ausgesetzt, die über der körperlichen Konstitution liegt. Das höhere Renteneintrittsalter und Abschläge bei Inanspruchnahme der Altersrente vor Erreichen der maßgeblichen Altersgrenze führen dann zu Abwägungen über das weitere Arbeitsleben.

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