Von den jüngst freigegebenen fast dreieinhalb Millionen Dokumenten, 2000 Videos und 180’000 Bildern zum Fall Epstein ist bislang nur ein kleiner Teil ausgewertet. Mehr als zweieinhalb Millionen Dokumente wurden noch nicht veröffentlicht, sind also noch unter Verschluss. Laut dem stellvertretenden US-Justizminister Todd Blanche geht es darin um deutlich grausamere Dinge bis hin zu Folter und Mord. Aber man möchte nicht weiter ermitteln. Sollte es an dem sein, was viele vermuten und nicht auszusprechen wagen, könnte sich die bisherige Haltung vieler etablierter Medien, entsprechende Verschwörungstheorien grundsätzlich als Unsinn abzutun, als ein schwerer Fehler herausstellen und zu einem Vertrauensverlust in alle demokratischen Institutionen führen.
In den zuletzt veröffentlichten Dokumenten werden häufig kleine Kinder und Säuglinge erwähnt. Allerdings handelt es sich bei vielen dieser Texte ”nur“ um anonyme Mitteilungen, die das FBI sammelte und protokollierte. Jeder konnte sich melden und behaupten, was er wollte. Handfeste Beweise, mit denen man bestimmen Personen etwas konkretes anlasten kann, liegen nicht vor oder wurden nach der Veröffentlichung schnell wieder entfernt. Was man findet, sind einzelne Puzzlestücke ohne Kontext, die in ihrer Gesamtheit jedoch einen finsteren Moloch erahnen lassen, entsprechend den Erzählungen der Q-Anon-Bewegung.
Verschiedene Indizien lassen vermuten, dass der organisierte sexuelle Missbrauch primär dazu diente, Personen mit hohem Einflusspotential zunächst in das Netzwerk hineinzuziehen, und zwar unter Ausnutzung ihrer heimlichen Gelüste, und mit dem Versprechen von Vorteilen. Epstein schuf für die Elite einen intimen Raum, in dem sie ihre Neigungen ungestört ausleben konnte. Dass diese Menschen nicht von Gewissenbissen geplagt wurden, ist leicht zu erklären: Tendenziell gibt es in den höchsten Kreisen, unter Machtmenschen und Karriere-Opportunisten, mehr Soziopathen und von sadistischen Handlungen faszinierte Menschen als in der einfachen Gesellschaft. Auf sie übt der „Honey Trap“ eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Es sind Persönlichkeiten, die intelligent sind, aber moralisch verwahrlost, sich selbst besonders wichtig nehmen, und den normalen Bürger bestenfalls als Werkzeug für ihre eigenen Zwecke betrachten.
Die eigentliche Kontrolle im Netzwerk könnte aber auf eine ganz andere Weise ausgeübt worden sein als über Sexualpraktiken mit Minderjährigen. Vergangene Morde — siehe auch im Fall Marc Dutroux — deuten darauf hin, dass es um ganz andere Dimensionen geht, mit sehr viel schwerwiegenderen Taten. Auch bestimmte Namen, Randbemerkungen und Bauwerke werfen Fragen auf bzw. nähren einen Verdacht. Warum trug Epsteins Konto bei der Wachovia-Bank den Namen „Baal“, und wozu diente der Tempel auf seiner Insel Little Saint James?
Jeffrey Epstein unterhielt Anwesen in Palm Beach und New York, die Rancho de San Rafael in New Mexico, und besaß die genannte berüchtigte Insel. Es ist unklar, woher das Geld für seine Grundstücke, Aktivitäten und Finanzleistungen stammt. Er selbst meinte, die Rothschilds zu repräsentieren, erfüllte Wünsche, war Kontaktvermittler und Wegbereiter, der wohl vom Mossad den Auftrag hatte, gewisse Leute in Abhängigkeit zu bringen, um sie dann in die Fäden der Macht einer noch nicht näher bestimmbaren Entität einbinden zu können. Nur was mussten diese dafür tun, das so eine starke Bindung schafft? Möglicherweise gibt es sogar mehrere solcher Netzwerke, die Menschen an sich ziehen, wenn sie eine gewisse Relevanz haben. Wer das Material besitzt, kontrolliert letztendlich den Staat, die Politik und Wirtschaft.
Bemerkenswert ist, mit welchem Selbstverständnis der Missbrauch betrieben wurde. Die Teilnehmer der Epstein-Veranstaltungen ließen sich sogar bereitwillig fotografieren, obwohl sie wussten, dass mit diesen Bildern kompromittierendes Material gegen sie vorliegt und sie erpressbar sind. Vermutlich wähnten sie sich in absoluter Sicherheit, konnten Epsteins “Angeboten“ nicht widerstehen und waren bereit, alles dafür zu tun. Nun geht es darum, Missbrauch und Menschenhandel aufzudecken, und den Gerüchten über Folter und Mord nachzugehen. Je nach politischem Lager konzentrieren sich einige dabei auf Donald Trump, weil sie ihn gern zu Fall bringen möchten, andere auf Bill Gates. Weil das Netzwerk sich aber durch alle politischen Gefilde zieht und nicht nur auf die USA beschränkt ist, vermeiden es die Leitmedien, tiefer hineinzublicken. Denn es könnten unangenehme Verknüpfungen ans Licht kommen.
Wladimir Putin hatte vor rund zwei Jahren, im März 2024, etwas vom baldigen Ende des Tanzes der Vampire erzählt. Er warf den westlichen Eliten vor, sich „den Bauch mit Menschenfleisch und die Taschen mit Geld vollzustopfen“. Wenn wahr sein sollte, was bisher als absolut undenkbar und bösartige Verleumdung gilt, wäre diese Zivilisation am Ende. Der Westen würde seine moralische Deutungshoheit verlieren, der Osten in heller Freude erstrahlen. Vielleicht hat sich Putin ebenfalls Material beschaffen lassen und wartet nur auf eine gute Gelegenheit. Möglicherweise müsste anschließend auch die Geschichte neu geschrieben werden, wenn belegbar ist, welchen wahren Hintergrund bestimmte in der Politik und Wirtschaft getroffene Entscheidungen haben.

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