Der Iran betreibt Anlagen zur Anreicherung von Uran, hat ein Programm für ballistische Langstreckenraketen, ist ein bedeutender Erdölproduzent, der Erzfeind Israels, und unterstützt mehrere nichtstaatliche Gruppen und Milizen, die in verschiedenen Konflikten in der Region als Stellvertreter agieren. Das Land liefert Öl nach China und verdient damit mehrere Milliarden US-Dollar. Diese Aktivitäten und Beziehungen bedrohen Israel und erhöhen das Risiko einer Machtverschiebung zum Nachteil des Westens. Perspektivisch könnte es dann auch zu einer Loslösung vom US-Dollar bei der Abrechnung von Erdöl kommen.
Die bisherigen Verhandlungen zwischen Washington und Teheran konzentrierten sich vor allem auf das Nuklearprogramm. Der Iran lehnt das geforderte Ende der Urananreicherung ab und schließt Gespräche über sein Raketenprogramm aus. US-Präsident Donald Trump hat der iranischen Führung eine Frist bis Anfang März 2026 gesetzt. Danach könnten „schlimme Dinge“ passieren. Die Militärpräsenz im Nahen Osten wurde mittlerweile deutlich erhöht. Unter anderem haben die Amerikaner mit der der „U.S.S. Gerald R. Ford“ einen zweiten Flugzeugträger in den Nahen Osten entsandt. Das „Wall Street Journal“ berichtet von Erwägungen einer begrenzte Attacke, um Teheran zum Einlenken zu bewegen. Reagiert die dortige Führung nicht, könnten größere Angriffe folgen.
Die Mullahs riefen Washington auf, unabhängig zu handeln, fernab von Druck und der aus ihrer Sicht bestehenden Unterwürfigkeit gegenüber den Forderungen Israels. Der ehemalige nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton vermutet, Israels Ministerpräsident Netanjahu werde versuchen, Trump davon zu überzeugen, dass das Abkommen mit Teheran über dessen Atomprogramm und die Aufhebung der Sanktionen dem Land mehr Geld einbringen werde, als dieses für Kriege ausgibt. Darüber berichtet der Sender Al-Dschasira, bezugnehmend auf die Sendung „Beyond the News“ vom 10. Februar 2026, in der Bolton zu Gast war.
In dem Artikel zitiert der Sender auch Dr. Muhannad Mustafa, der als Experte für israelische Angelegenheiten vorgestellt wird und erklärt, Netanjahu befürchte, dass Washington und Teheran ein Abkommen schließen könnte, dass die Bedingungen Israels nicht berücksichtigt. Gemäß Mustafa würden diese Bedingungen von Netanjahu vorgebracht, der aus persönlichen Gründen auf einen Krieg dränge. Laut israelischen Sicherheitskreisen hat Netanjahu seinen Besuch in den USA um etwa eine Woche vorgezogen, um aktualisierte Geheimdienstinformationen über den Iran bereitzustellen, berichtet Al-Dschasira weiter.
Nach Bekanntwerden des Epstein-Netzwerkes gehen immer mehr Beobachter davon aus, dass kompromittierendes Material bei politischen Entscheidungen eine große Rolle spielt. Jeffrey Epstein arbeitete mit hoher Wahrscheinlichkeit für den israelischen Geheimdienst und wandte bei einflussreichen Personen das Honigfallen-Prinzip an. Von den Ermittlungsakten wurde bisher nur die Hälfte veröffentlicht, von dem bei Epstein beschlagnahmten Material nur etwa 2 %. Äußerungen des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei legen nahe, dass sich der Iran Zugriff verschaffen konnte. Chamenei schrieb öffentlich auf „X“, die Epstein-Insel sei nur e i n Beispiel und drohte, es gebe sehr viel mehr von diesen Dingen.
Auch ein Eingreifen Chinas ist nicht ausgeschlossen. Der frühere CIA-Experte Glenn Carle äußerte vor längerer Zeit gegenüber Al-Dschasira sinngemäß, China wäre der große Verlierer bei den Veränderungen im Nahen Osten, denn der Iran sei ein wichtiger Partner und könne eine Alternative zum Westen bieten. Peking werde deshalb versuchen, einen Regime-Wechsel und die Zerstörung des Irans zu verhindern. Bei einer Blockade der Straße von Hormus würden die ostasiatischen Volkswirtschaften wie Südkorea, Japan und China großen Schaden nehmen.
Die bekannte Taktik des Westens führte bisher nicht zum Erfolg: Durch die Sanktionen beschleunigte sich der wirtschaftliche Niedergang des Iran. Der beabsichtigte Aufruhr schwächte das Regime von innen her. Möglicherweise wurde der Protest von eingeschleusten Agenten weiter angeheizt. Doch die Mullahs bleiben weiterhin handlungsfähig. Die Iraner stehen ihrem Regime zwar zunehmend kritisch gegenüber, hegen aber gegenüber Israel und den USA große Aversionen.

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