Am vergangenen Wochenende drohte US-Präsident Donald Trump mit der Bombardierung iranischer Kraftwerke, falls die Straße von Hormus nicht freigegeben wird. Das Ultimatum von 48 Stunden verlängerte er noch vor Ablauf um fünf Tage, mit der Begründung „guter und produktiver Gespräche“. Nun gilt eine Frist bis zum 6. April 2026, 20 Uhr Nordamerikanischer Ostküstenzeit.
Einige Beobachter meinten, dass die Abkehr von der 48-Stunden-Frist den sich abzeichnenden Kursverlusten an den Aktienmärkten geschuldet war. Bei einer militärischen Operation am Wochenende, beispielsweise am 28. April, können die Märkte zunächst nicht sofort reagieren. Diese Vermutung steht noch immer im Raum, was bedeutet, dass das Datum 6. April nur der Täuschung dienen könnte. Immerhin ist Unberechenbarkeit ein zentrales taktisches und strategisches Element in militärischen Operationen.
Die USA legten einen 15-Punkte-Plan vor, den der Iran erwartungsgemäß abgelehnt hat. Die dortige Führung weiß, dass ihre Forderungen mehr Gewicht erhalten, wenn der Krieg noch einige Wochen länger dauert. Denn Trump steht unter Druck — wegen sinkender Umfragewerte, steigender Energiepreise sowie der Aktien- und Anleihenmärkte.
Bereits am 20. März wurde über die Verlegung tausender zusätzlicher Soldaten in den Nahen Osten und einem „finalen Schlag“ gegen den Iran berichtet. Zum Plan soll die Einnahme drei strategisch wichtiger Inseln gehören. Die Insel Kharg ist das Zentrum für den Export iranischen Öls. Sie soll zuerst besetzt werden. Die Insel Larak hat eine bedeutende Lage am Eingang zur Straße von Hormus. Mit der Insel Abu Musa wäre die Kontrolle über den westlichen Zugang zur Meerenge in der Straße von Hormus möglich.
Nach wie vor besteht das Risiko einer ausufernden Eskalation. Die Vereinigten Arabischen Emirate sprechen bereits von ökonomischem Terrorismus. Werden weitere Energieanlagen zerstört, ist in den kommenden Jahren nicht mehr mit Preisen auf Vorkriegsniveau zu rechnen. Es drohen sogar Rationierungen, obwohl es ein fundamentales Überangebot an Öl und Gas gibt. Einen über mehrere Monate andauernden Krieg kann sich aber auch der Iran leisten, denn den hohen Militärausgaben stehen geringere Einnahmen gegenüber. Bei sich verschlechternden Lebensbedingungen drohen innere Unruhen.

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