Von romantischen Landschaften, dramatischen Seestücken und idyllischen Alltagsszenen reichte die Bandbreite der vom Unternehmer Hans Wilhelm Behrens (1879 Braunschweig bis 1938 Gera) für seine Geraer Villa erworbenen Gemälde. Ebenso gehörten Druckgrafiken, Zeichnungen, Aquarelle und Porzellane zu seinen Ankäufen. Schwerpunkt waren Werke der Düsseldorfer und Münchner Malerschule. Die Sammlung, die jenseits der Klassischen Moderne angesiedelt ist, gehört heute zu den wenigen noch vorhandenen privaten Kunstsammlungen eines aufstrebenden Bürgertums in Gera um die Jahrhundertwende. 1953 wurde die Sammlung beschlagnahmt und in Volkseigentum überführt. Im Rahmen des Restitutionsverfahrens 2010 wurden alle Kunstgegenstände an die rechtmäßige Eigentümerin, die in München ansässige Behrens-Weise-Stiftung, zurückübertragen. Ein Jahr später konnten die Werke mit Mitteln des Freistaates Thüringen für die Geraer Museen dauerhaft erworben werden. Die Ausstellung ermöglicht einen umfassenden Einblick in eine Privatkollektion mit einer ereignisreichen Sammlungsgeschichte.
Unter anderem sind vertreten: Oswald und Andreas Achenbach, Ludwig Angerer, Heinrich Bürkel, Franz von Defregger, Eduard von Grützner, Hugo Paul Harrer, Eugène Isabey, Max Klinger, Franz von Lenbach, Christian Mali, Antonio Rotta, Carl Spitzweg, Hans Thoma
Schwerpunkt der Sammlung sind 32 Gemälde und 18 Grafiken die in herausragender Weise die Kunst des 19. Jahrhunderts repräsentieren. Darüber hinaus gehören Porzellane verschiedener Manufakturen wie Meißen und Frankenthal sowie diverse Keramikobjekte dazu. Die als repräsentative Villenausstattung angelegte Sammlung ist in ihrem Erscheinungsbild sehr homogen. Hauptaugenmerk galt der deutschen-akademischen Kunstströmung um 1900 mit ihrem strengen handwerklich-technischen Regelwerk. Besonders bevorzugt waren idealisierte Darstellungen literarischer, mythologischer und historischer Themen. Aktuelle Kunsttendenzen, avantgardistische Strömungen, neue Ausdrucksformen der ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts blieben vollkommen unberücksichtigt.
Für die Museen in Gera sind die Werke seit vielen Jahrzehnten integraler Bestandteil verschiedener Sonderausstellungen und eine bedeutende Erweiterung von wichtigen künstlerischen Positionen der Zeit um die Jahrhundertwende. Die Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst wird am Dienstag, den 28. April 2026, eröffnet.
QUELLE: STADTVERWALTUNG

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