FAZIT ZUM WEF-TREFFEN IN DAVOS

Das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums fand in der Zeit vom 16. bis 18. Januar 2023 in Davos statt. (Bild: World Economic Forum/Bildschirmfotografie)

Erneut nahmen auch deutsche Politiker am Elitaristen-Treffen des Weltwirtschaftsforums teil, in dem Glauben, dort gehe es um Lösungen für die Probleme dieser Zeit. Tatsächlich ist es eine Plattform für die Themen der Reichen und Mächtigen, damit ihnen Reichtum und Macht erhalten bleiben. Obgleich insgesamt mehr Teilnehmer gezählt wurden, mangelte es diesmal an Prominenz. Etwa die Hälfte der Gäste waren Journalisten.

Olaf Scholz, Robert Habeck, Christian Lindner und Karl Lauterbach beteiligten sich an der skurrilen Veranstaltung von Klaus Schwab, der seine Fantasien in verschiedenen Büchern zum Besten gegeben hat. Vielfach werden sie als menschenverachtend und demokratiefeindlich empfunden, denn sie reichen bis weit unter die Haut, ohne dass demokratische Entscheidungen und der Wille der Menschen dabei eine Rolle spielen. Es ist, als beschreibe er unabwendbare Naturereignisse. Zwar weist er auf Risiken hin, was aber nur eine Vorwegnahme aus taktischen Gründen ist. Überzeugt verkündete Schwab immerhin: „Wir haben die Macht, die Welt zu verändern und zu verbessern!“ Seine Vision fußt auf Technik, die nur wenige zu kontrollieren imstande sind, und alle anderen mit jedem weiteren Entwicklungsschritt in eine größere Abhängigkeit bringt.

Die billige Taktik, mit der er Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft einzufangen sucht, haben viele längst durchschaut: Erst kommen die apokalyptischen Schreckensszenarien, dann zeigen Wissenschaftler Lösungswege auf, die zu einer friedlichen Welt ohne Hunger, Armut, Angst und Krieg führen. Alle haben genug zum Essen — auch wenn es nur Larvensuppen, Mehlwurmbrötchen oder Grillenkekse sind. Und jeder achtet darauf, dass er das ihm zugewiesene CO₂-Kontingent nicht überschreitet. Es ist die neue, ihre Version des Paradieses, und obendrein noch ein gutes Geschäftsmodell.

Andernfalls droht die Hölle auf Erden: Der frühere US-Vizepräsident Al Gore warnte vor „kochenden Ozeanen“ und „Regenbomben“. Der derzeitige Ausstoß von Treibhausgasen bringe soviel Wärme in die Atmosphäre, wie 600’000 Hiroshima-Bomben pro Tag. Weiterhin fabulierte er über Regenbomben, die das Land zerstören, und trotz derer alles staubtrocken bleibt, von einer Arktis und Antarktis ohne Eis sowie von Hunderten, Millionen und Milliarden Klimaflüchtlingen.

Verliert das Weltwirtschaftsforum an Bedeutung? Im Grunde handelt es sich bei der jährlichen Zusammenkunft nur um die Schaufensterveranstaltung von Narzissten. Die wirklich wichtigen Absprachen finden stets hinter verschlossenen Türen statt, weil es in irgendeiner Weise immer um Status, Macht, Konkurrenz und Verdrängung geht. Menschen mit diesen Eigenschaften alle dauerhaft auf eine Linie bringen zu wollen, ist eine Illusion. Demzufolge gibt es auch keine homogene Elite, sondern konkurrierende Interessengruppen, die in ihren Sphären nicht bemerken, dass bald eine disruptive Entwicklung über sie hinweggehen wird. Zu sehr sind sie davon überzeugt, wer sie sind und was für sie keine Bedeutung hat.

Die Teilnehmer beim Weltwirtschaftsforum wollen die Welt verändern, aber nicht sich selbst, denken also vom falschen Ende her. Rosa Luxemburg und Hanna Arendt meinten zudem übereinstimmend, dass Revolutionen nicht von Berufsrevolutionären ausgehen und nach Plan durchgeführt werden, sondern spontan ausbrechen, und zwar von unten. Genau deshalb sind Ideen wie die von einer Vierten industriellen Revolution zum Scheitern verurteilt.

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