USA BRINGEN MILITÄR IN STELLUNG

Nach der Entführung des venezolanischen Machthabers und der Beschlagnahmung einiger Öltanker verdichten sich die Hinweise auf einem Militärschlag gegen den Iran. Erste Indizien waren die Sperrung des Luftraumes über Griechenland und die Verlegung schweren Gerätes von den USA nach Europa. Erstmals gab es auch Luftverkehrsmitteilungen als „Notice to Air Missions“. Fluggesellschaften wurden aufgefordert, den Iran nicht zu überfliegen. Dies war bislang nur vor kriegerischen Handlungen der Fall. Australien und Russland haben zudem die Familien ihrer Diplomaten aus Israel abgezogen, nachdem der Iran einen Präventivschlag gegen Tel Aviv angedroht hatte, sobald er Kenntnis von einem bevorstehenden Angriff erhalte. Bereit dafür wären die USA Experten zufolge ab Sonntag, wobei mit einer Beteiligung Israels zu rechnen ist. Die Massenproteste und das Vorgehen der iranischen Machthaber bieten die Möglichkeit, einen Militärschlag als Aktion zum Schutze der dortigem Menschen auszulegen. Das eigentliche Interesse der US-Regierung gilt jedoch dem Erdöl. Erkennbar ist der Versuch, große Mengen dieser Ressource unter Kontrolle zu bringen.

Die USA haben derzeit massive Probleme mit dem für sie wichtigen “schwarzen Gold“ und dem daran gekoppelten US-Dollar. Niedrige Ölpreise, wie sie für die Menschen in den Vereinigten Staaten notwendig sind, stehen hohen Investitionen, Förder- und Verarbeitungskosten gegenüber. Das Öl aus den USA rechnet sich erst ab einem Preis von 60 US-Dollar pro Barrel, das venezolanische erst ab einem Preis von 80 US-Dollar. Zudem arbeiten die Brics-Staaten, und damit auch der Iran, an eigenen Abrechnungssystemen für Rohöl, um sich vom US-Dollar verabschieden zu können. Für das westliche Wirtschaftssystem ist diese Bindung von tragender Bedeutung. Das bisherige System stabilisiert die Nachfrage nach US-Dollar und erlaubt den USA, sich günstig zu verschulden und enorme Leistungsbilanzdefizite zu finanzieren.

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