ZUNEHMENDER STABILITÄTSVERLUST IM FINANZSYSTEM

Im globalen Finanzsystem bahnt sich eine gefährliche Entwicklung an. Die USA können in absehbarer Zeit ihre Schulden und damit den Konsum nicht mehr finanzieren. Auch China und Japan stehen vor schweren Krisen.

Das Schuldenwachstum der USA beschleunigt sich, das der Wirtschaft wird langsamer. Gleichzeitig werden immer US-Staatsanleihen veräußert. Zuletzt hatte der dänische Pensionsfonds deswegen Aufmerksamkeit erregt.

Sinkt die ausländische Nachfrage nach US-Vermögenswerten weiter, steigen nicht nur die Renditen und damit die Kreditkosten für die US-Regierung, sondern auch die Hypothekenzinsen für die Haushaltungen.

In den USA können zahlreiche Menschen ihren Lebensstandard nur noch mit fragwürdigen Methoden aufrechterhalten. Viele nutzen zwei Kreditkarten, um mit der einen die Ausgaben der anderen zu finanzieren. Mit dem Zusammenbruch dieses System würde auch das Ende der Konsumgesellschaft eingeläutet. Exporteure aus Europa und anderen Erdteilen hätten ohne zahlende Kunden keine Abnehmer mehr. Es entstünde eine Kettenreaktion, die in allen westlichen Industriestaaten zu existenziellen Notzuständen führt.

Europäische Länder halten derzeit US-Staatsanleihen im Wert von 3,6 Billionen Dollar. Zuletzt gab es Versuche, sie als politisches Druckmittel einzusetzen, was sich aber wegen der gegenseitigen Abhängigkeit als problematisch erweist. Insgesamt hat Europa US-Vermögenswerte im Wert von etwa zehn Billionen Dollar in Form von Aktien, Anleihen und Staatsschuldenpapiere.

Beim Veräußern schnellen die Renditen in die Höhe, was die Kreditkosten der USA stark erhöht. Der dänische Pensionsfonds ist nicht marktbewegend, löst aber ein Signal aus, auf das unter anderem der viel größere norwegische reagieren könnte.

Im Jahr 2026 müssen die USA 34 % ihrer gesamten Schulden, die sich mittlerweile auf 38,4 Billionen Dollar summieren, zu deutlich höheren Kapitalmarktzinsen refinanzieren. Es handelt sich um mehr als zehn Billionen US-Dollar. Pro Tag wachsen die Schulden derzeit um acht Milliarden Dollar. Japan, größter Gläubiger der USA, könnte nun zum Beschleuniger des Ausverkaufs von US-Staatsanleihen werden. Die dortige Notenbank verkauft die Papiere und tauscht US-Dollar gegen Yen. Das Land hat eine Schuldenquote von 230 % des BIP und so viel Geld in Umlauf gebracht, dass die Inflationsrate stark ansteigt. Gleichzeitig geht die Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen stark zurück.

In China dämpft eine Immobilienkrise das Wachstum, da der Bausektor zuvor für bis zu 30 % des BIP verantwortlich war. Der Konsum ist schwach, der Arbeitsmarkt insbesondere für junge Leute angespannt. Der Volksrepublik wird die niedrige Geburtenrate und der Bevölkerungsschwund zum Verhängnis. Sie kauft Gold und reduziert ihre US-Staatsanleihen ebenfalls. Ein Umbruch im Finanzsystem ist damit nur noch eine Frage der Zeit. Experten gehen davon aus, dass der US-Dollar in der nächsten Finanzkrise nicht mehr als “sicherer Hafen“ angesehen wird.

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