In der vorletzten Umfrage zur Bundestagswahl fiel die AFD wieder hinter die Union zurück. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa veröffentlichte am 27. Januar 2026 Werte, die ein Ende der Aufwärtsbewegung vermuten lassen. Bei der AFD zeigte sich im Vergleich zur Vorwoche ein Verlust von 2 %, während die Union um 1 % stärker wurde. Inzwischen liegen beide Parteien wieder gleichauf.
Damit steht die Frage im Raum, ob die AFD die Grenze ihres Wachstums bereits erreicht hat. Ursache für den Rückgang der Umfragewerte könnten innerparteiliche Kontroversen wie zwischen Lucassen und Höcke sein, fehlende innovative Konzepte, und eine aus Sicht der Wähler unrealistische Rentenpolitik. Auch die Berichterstattung beeinflusst das Wahlverhalten. Zuletzt stand das Vorgehen der ICE-Einheiten in den USA häufig im Vordergrund, wobei einflussreiche Medien ein Bild zeichneten, das Ängste aufkommen ließ, in Deutschland würde unter der AFD ähnliches geschehen. Dadurch könnten vor allem AFD-Anhänger migrantischen Ursprungs auf andere Parteien ausgewichen sein. Meinungsbeiträge in den sozialen Netzwerken, die jüngere Menschen gern als Orientierungshilfe nutzen, deuten darauf hin, dass die gegenwärtigen Krisen zunehmend als Symptome eines systemischen Problems wahrgenommen werden, dessen Ursachen nicht auf politischer Ebene zu finden sind, sondern in allen Gesellschaftskreisen.
Die langfristige Trend für die AFD bleibt trotz einiger Rücksetzer positiv. Mit Begriffen wie „Massenmigration“ verwendet die Partei Worte entsprechend einem Gefühl, das viele Menschen seit längerer Zeit bewegt und durch eigene Beobachtungen im Alltag fortlaufend bestätigt wird. Erfolgreich für sich nutzen kann die AFD auch das Thema Energiepolitik, solange sich die anderen Parteien weitgehend auf derselben Linie bewegen. Hinzu kommen die demografische Veränderungen. Die für die Union wichtige Wählergruppe der über 50-Jährigen schrumpft, wodurch die Stimmen der jüngeren künftig ausschlaggebender sein werden. Der Anteil der AFD-Wähler könnte sich dann weiter erhöhen.
Derzeit würden in Deutschland rund ein Drittel der Wahlbereichtigen, in Sachsen-Anhalt sogar ein Viertel die AFD wählen. Dort erhält sie in Umfragen 39 %, während die CDU mit 26 % weit dahinter zurückliegt. Für die angestrebte absolute Mehrheit im Landesparlament werden 49 der 97 Sitze benötigt. Bei einem Wahlsiegt könnte die Partei ihre Ziele allerdings nicht verwirklichen. Mit einfacher Mehrheit droht eine Gegenkoalition der anderen Parteien, mit absoluter Mehrheit der Bundeszwang nach Artikel 37 des Grundgesetzes. Ein Beauftragter der Bundesregierung würde durch das Weisungsrecht de facto als Statthalter fungieren.

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