LANGSAME KONSOLIDIERUNG DER WIRTSCHAFT

Auch zu Jahresbeginn 2026 war in der Region noch keine konjunkturelle Trendwende erkennbar. Die IHK Ostthüringen zu Gera sieht allenfalls eine Konsolidierung. Das Konjunkturklima verbessert sich zwar zum dritten Mal in Folge. Aber der Zuwachs beim Stimmungsindikator ist, wie im gesamten Jahresverlauf 2025, nur gering. An der Konjunkturumfrage der IHK Ostthüringen zu Gera zum Jahreswechsel 2025/2026 beteiligten sich 329 Unternehmen mit insgesamt 12’900 Beschäftigten.

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Trotz politischer Impulse der Landes- und Bundesregierung hat sich die Geschäftslage nur marginal verbessert. Die wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen bleibt angespannt. Die Erwartungen der Ostthüringer Unternehmen sind weiterhin von Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und Absatzrisiken bestimmt. Bei den Investitionen bleiben viele Unternehmen vorsichtig. Angesichts der schwachen Konjunktur und der verhaltenen Geschäftserwartungen sind die Unternehmen auch bei Neueinstellungen zurückhaltend. Geopolitische Risiken, Zölle und die fehlende Verlässlichkeit auf wichtigen Absatzmärkten dämpfen die Exportaussichten.

https://www.ihk.de/gera/wirtschaftsraum-ostthueringen/konjunktur-statistik-analysen/konjunktur-analysen/koju-thueringen-1399920

Ähnlich ist die Situation im gesamten Freistaat Thüringen. Die Konjunktur kommt nach Angaben der IHK nicht in Schwung. Die Umfrage zum Jahreswechsel 2025/2026 wurde im Dezember 2025 und Januar 2026 von den drei Thüringer Industrie- und Handelskammern durchgeführt.

Gegenüber der Vorumfrage im Herbst 2025 zeigt der Konjunkturklimaindikator für Thüringen nur einen leichten Anstieg. Die Geschäftslage bleibt auch hier angespannt. Auch die Geschäftserwartungen der Thüringer Wirtschaft sind überwiegend trüb. Die vielerorts verhaltenen Geschäftsprognosen und Wachstumsaussichten spiegeln sich in schwach ausgeprägten Investitionsabsichten wider. Die Industrie belastet neben hohen Kosten und der schleppenden Auftragsentwicklung auch das schwierige außenwirtschaftliche Umfeld. Die Bewertungen zur Geschäftslage fallen zwar günstiger als in der Vorumfrage aus, sind im Saldo aber nach wie vor negativ. Bei den Erwartungen überwiegen weiter die negativen Einschätzungen gegenüber den positiven Geschäftsprognosen. Die Beschäftigungs- und Investitionspläne sind entsprechend restriktiv.

Das Infrastrukturpaket des Bundes ist noch nicht bei den Thüringer Bauunternehmen angekommen. Zudem haben sich die Geschäfte aufgrund des strengen Winters bei vielen Unternehmen nur schleppend entwickelt. Die Geschäftsaussichten verbessern sich zwar gegenüber der Vorumfrage und auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum, sind aber im Saldo weiter deutlich negativ. Eine Trendwende ist also auch im Baugewerbe einstweilen nicht in Sicht — nicht zuletzt, weil die Investitions- und Beschäftigungsabsichten der Unternehmen weiterhin sehr zurückhaltend sind.

Der Thüringer Handel steht unter Druck. Dem Einzelhandel macht die anhaltende Kaufzurückhaltung der Kunden zu schaffen. Die schwache Konjunktur in der Industrie und in anderen Branchen dämpft zudem die Nachfrage im Großhandel.

Im Thüringer Verkehrsgewerbe springt der Konjunkturmotor nicht an. Hoher Kostendruck und die schwache Nachfrage aus Industrie, Bau und Handel belasten die Branche. Die Geschäftslage ist zu Jahresbeginn durchwachsen, wenngleich leicht verbessert im Vergleich zur Vorumfrage. Die Erwartungen hellen etwas auf, trotzdem überwiegt weiter deutlich die Skepsis mit Blick auf die kommenden zwölf Monate.

Im Tourismus und Gastgewerbe verlief der Jahresauftakt verhalten. Die steigenden Kosten für Personal und Waren belasten die Geschäfte. Der Saldo der Lageurteile fällt erneut in den negativen Bereich. Trotz der erfolgten Umsatzsteuersenkung bei Speisen sind die Erwartungen an die künftigen Geschäfte eher gering.

Im Vergleich der Wirtschaftszweige ist die Situation im Dienstleistungsgewerbe noch am günstigsten. Allerdings hat sich die Stimmung der Unternehmen im Vergleich zum Herbst 2025 nicht verbessert. Mit ihrer Geschäftslage sind die Betriebe überwiegend zufrieden. Die Investitionsneigung ist im langjährigen Vergleich nach wie vor gering ausgeprägt, im Branchenvergleich jedoch überdurchschnittlich. Im Personalbereich planen die Unternehmen weiter vorsichtig.

QUELLE: IHK

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