GERA IN BEWEGTEN ZEITEN

Die Postkarte zeigt den historischer Triebwagen Nr. 29 der Geraer Straßenbahn, Baujahr 1905, in einer Reproduktion aus dem Jahre 1979. /Quelle: Stadtverwaltung, Gerathek)

In seinem Bildvortrag am Mittwoch, den 18. März 2026, um 18 Uhr, in der Geraer Bibliothek beleuchtet der Autor und Fotograf Frank Rüdiger eher unbekannte Fakten und Ereignisse aus der Geschichte Geras. Das Spektrum reicht dabei von der Politik, über die Wirtschaft und Kultur bis hin zum Alltag der Menschen in der ostthüringischen Stadt. Vorgestellt werden Begebenheiten und Personen in einem Zeitraum beginnend im 18. bis hinein ins 20. Jahrhundert.

So berichtet Frank Rüdiger über die Gründung des Arbeiterturnerbundes Deutschland 1893 in Gera, über jüdische Mitbürger wie Aenne Biermann und Max Fränkel und natürlich über Otto Dix, dessen Kunst die Nationalsozialisten als entartet einstuften und aus den Museen holten. Weniger bekannt ist vielleicht, dass Gera auch einen Bauhauskünstler beherbergte, Kurt Schmidt, der seine Ausbildung an der internationalen Kunstschule in Weimar erhielt. Bekannt hingegen dürfte sein, dass auch das Bauhaus 1933 von den Nationalsozialisten geschlossen wurde. In diesen, wie auch weiteren Ereignissen und Schicksalen zeigt sich deutlich, wie stark die zeitgeschichtlichen Umstände das Leben der Menschen beeinflussen. So waren gewiss nicht alle Gerschen begeistert, als die ersten Autos durch die Straßen fuhren. Wann das war, erzählt Frank Rüdiger ebenso, wie von den ersten Briefkästen und vom Begründer der Textilindustrie in Gera, welcher den Grundstein legte für einen prosperierenden Industriezweig, der die Stadt lange Zeit prägte. Darüber hinaus bringt Frank Rüdiger seine Zuhörer gewiss zum Staunen, wenn er Antworten auf folgende Fragen präsentiert: Welcher gebürtige Geraer erhielt den Pulitzer-Preis? Welche Handelsschule in Gera besaß eine internationale Ausstrahlung? Welche Beziehung hatte Gera zum Wild-West-Helden Buffalo Bill? Welcher Geraer Handelsherr und Bürgermeister schrieb eine Albrecht-Dürer-Biografie? und Ist Charlie Chaplin tatsächlich im Residenztheater aufgetreten?

Der Vortrag zeigt, die Stadt Gera überrascht mit Geschichten, die es weiter zu schreiben gilt. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Stiftung Orte der Deutschen Demokratiegeschichte. Sie findet statt im Rahmen von „Gera — zusammen verbunden: Forum Weltoffene Stadtgesellschaft“ zum ersten bundesweiten Tag der Demokratiegeschichte.

QUELLE: STADTVERWALTUNG

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