DIE ERNÄHRUNG DER WELT IN DREISSIG JAHREN

Die Ernährung der Weltbevölkerung wird immer schwieriger. Laut einer Prognose wird die Anzahl der Menschen von derzeit 7,67 Milliarden auf über 9,7 Milliarden im Jahre 2050 zunehmen. Zugleich steigt mit dem Streben nach Wohlstand der Konsum. Doch was werden die Menschen der nächsten Generation essen, wenn man bedenkt, dass die nutzbaren Flächen der Erde begrenzt sind?

Die Weltbevölkerung wächst exponentiell — derzeit jährlich um 83 Millionen Menschen, was etwa der Einwohnerzahl Deutschlands entspricht. Insgesamt wurden in diesem Jahr weltweit mehr als 336 Millionen Tonnen Fleisch produziert. Das ist die größte Menge in der Geschichte der Menschheit — Tendenz steigend.

Mehrere Institute wollen herausfinden, wie auf der begrenzten Erdoberfläche soviel Nahrung produziert werden kann, dass auch die für das Jahr 2050 prognostizierten rund zehn Milliarden Menschen versorgt werden können.

Hierzu wurde zunächst die bisherige Nahrungsmittelproduktion betrachtet und man kam zu dem Schluss, dass durch die Viehaltung Treibhausgase in enormen Mengen freigesetzt werden. Damit zählt sie den Forschern zufolge zu den größten Klimakillern. Die Viehaltung verbraucht ein Drittel der weltweiten Agrarfläche; ein Drittel aller produzierten Pflanzen dienen als Viehfutter. Trotz des hohen Aufwandes hat Fleisch bei der menschlichen Ernährung nur einen Anteil von 18 % an der weltweiten Zufuhr in Kalorien.

Künftig sollen Pflanzen einen Großteil des Fleisches ersetzen. Allerdings handelt es sich nicht um Pflanzen im heutigen Sinne, sondern um künstlich geschaffene Arten. Mit Hilfe der Gentechnik sollen ausgewählte Kulturpflanzen so weiterentwickelt werden, das sie auch unter schwierigen Bedingungen höchstmögliche Erträge liefern. Zu nennen sind hier Arten wie Soja, Mais und Raps. Die Anbauflächen für die neuen Kunst-Arten nehmen weltweit zu.

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen preist Insekten als wertvolle Lebensmittelquelle an (siehe http://www.fao.org/docrep/018/i3264g/i3264g.pdf).
Sie sollen im Vergleich zu Fleisch und Fisch qualitativ hochwertige Proteine und Nährstoffe liefern. Insekten können von den Ärmsten der Gesellschaft, wie z. B. Frauen, und Grundbesitzlosen in urbanen und ländlichen Gegenden, in der Wildnis gesammelt, kultiviert, verarbeitet und verkauft werden. Diese Aktivitäten können direkt die Ernährung verbessern und ein finanzielles Einkommen durch Verkauf der überschüssigen Produktion auf der Straße liefern, heißt es in dem Informationsblatt der FAO über essbare Insekten.

Unlängst wurde eine Studie der Universitäten Zürich und Köln zur Ernährung mit Insekten veröffentlicht. Darin wurde festgestellt, dass sich der Ekel vor Insekten mit einer bestimmten Taktik überwinden lässt.

Die „Technische Expertenberatung zur Bewertung des Potentials von Insekten als Lebens- und Futtermittel zur Gewährleistung der Nahrungssicherung“ nennt verschiedene Schlüsselbereiche für die Forschung und Entwicklung. Dazu gehören Technologien zur Massenproduktion, die Hinwirkung auf eine bestimmte Gesetzgebung und Maßnahmen der Konsumentenakzeptanz und Bildung. Hierzu gehören das „Informieren des Konsumenten über die Vorteile von Entomophagie“, die „Entwicklung neuer Wege, um Insekten in die Ernährung einer
breiten Masse von Konsumenten durch die Kreation insektenbasierter Produkte zu integrieren“ und die „Förderung von Insekten als Futtermittelergänzung“.

Die Bestrebungen zeigen, was den Durchschnittsverbraucher schon in naher Zukunft erwarten könnte: Insekten als besonders „trendigen Genuss“ in der Werbung und die langsame Entwicklung von der Ausnahme zur Regel. Denn die Nahrung der Massen wird in Zukunft aus Produkten bestehen, mit verarbeiteten Pflanzenmaterial und teilweise Insekten als Grundstoff.

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