RÄTSEL UM DEN “BLACKOUT“

Bis vor wenigen Jahren hieß es über den drohenden “Blackout“, es handele sich um ein Narrativ aus der Prepper-Szene. Diese wolle Ängste vor staatlichem Versagen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen schüren. Akteure aus dem politisch rechten Spektrum übernähmen das Narrativ, um die Energiewende und die Klimapolitik zu attackieren. Gleichzeitig wurde betont, die Energieversorgung sei sicher, die Wahrscheinlichkeit von Ausfällen sehr gering, und es handele sich im Eintrittsfall nur um lokale Phänomene.

Nun wird der großflächige Stromausfall ganz offiziell als mögliche Gefahr in Betracht gezogen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz warnt eindringlich und empfiehlt einen Notvorrat, Bargeld und batteriebetriebene Rundfunkempfangsgeräte. Ein Artikel aus der Zeitung „Die Welt“ lässt vermuten, dass die Bedrohung zeitlich nicht mehr sehr weit entfernt liegt. Großverbraucher sollen sich auf die Möglichkeit einer „persistenten Strommangellage“ über einen Zeitraum von mehreren Tagen bis Wochen vorbereiten und müssen sich auf der „Sicherheitsplattform Strom“ registrieren lassen. Eine Veröffentlichung sei nicht geplant, weil die Pläne bei allgemeinem Bekanntwerden für Verunsicherung sorgen könnten.

https://www.welt.de/wirtschaft/plus6a69d78f9069e20393cd9c6c/bundesnetzagentur-geheime-planungen-sollen-deutschland-auf-lang-anhalte-stromausfaelle-vorbereiten.html

Beunruhigend sind die Empfehlungen und Vorkehrungen für den großflächigen Stromausfall auch ohne weitere Erklärungen. Staatlicherseits bleibt offen, ob das Ausgangsszenario ein Kollaps der Elektrizitätsversorgung aufgrund zu vieler fluktuierender Einspeisungen ist, ein Anschlag von Extremisten oder ein Krieg. Das wiederum nährt Spekulationen und lässt die Prepper-Szene dann doch als den besseren Ansprechpartner erscheinen. Denn diese warnte zuerst vor den großen Stromausfall, spricht ganz offen über ihre Szenarien und bringt sogar eigene Erfahrungen mit. Auf den einschlägigen Plattformen ist ein erhöhter Zulauf zu konstatieren, während das Vertrauen in den Staat weiter sinkt.

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