Ob der in Kernkraftwerken anfallende Restmüll weiter genutzt werden könnte, ist angesichts der schwierigen Endlagersuche und der beabsichtigten Energiewende eine häufig aufkommende Frage. Die kurze Antwort lautet: ja. Entscheidend ist, zu welchem Preis die verbliebene Energie aus dem Müll “herausgeholt“ werden kann. Es wäre nämlich erneut ein kostenintensiver Aufwand zu betreiben. Bislang läge dieser über dem Wert des Ertrages. Dadurch entstünde ein defizitäres Geschäft, das staatliche Zuschüsse bräuchte.
Der vorhandene Atommüll kann grundsätzlich weiter verwendet werden, denn er strahlt Wärme und Teilchen über einen langen Zeitraum ab, setzt also Energie frei. Diese Wärme reicht für einen Turbinenantrieb aber nicht mehr aus. Der Restmüll müsste nochmals beschossen werden, damit er schneller zerfällt und größere Energiemengen in einem kürzeren Zeitraum freigibt. Doch es bleibt am Ende kein ungefährlicher Rest übrig. Die Müllmenge verkleinert sich zwar, strahlt aber wesentlich intensiver. Mit der weiteren Nutzung des Atommülls verwandelt man also eine große Menge schwach strahlendes Material in kleine, stark strahlende Rester.
Dieser Abfall kann theoretisch ebenfalls verwendet werden, denn radioaktive Strahlen und Wärme lassen sich auch ohne den Umweg einer Turbine in Elektrizität umwandeln. Die bekannten Methoden sind für große Anwendungen jedoch nicht effizient genug und kommen daher nur in speziellen Fällen wie der Weltraumtechnik zum Einsatz. Es wäre weitere Forschungsarbeit nötig. In den einschlägigen Instituten konzentriert man sich aber eher auf die Kernfusion.
Vom Grundprinzip her wird bei der Kernspaltung und Kernfusion Materie in Energie umgewandelt. Bei Materie handelt es sich ebenfalls um Energie, allerdings hochverdichtet in winzigen Punkten, die man vereinfacht als Teilchen bezeichnet. Es ist gewissermaßen gebundene Energie. Ohne die unzähligen punktuellen Konzentrationen würde es keine “festen“ Strukturen geben. Denn Energie ist nichts gegenständliches, sondern lediglich ein Wirkungspotenzial an einem Entropie-Gefälle. Es kommt zu einer Wirkung, wenn das Gefälle zu groß ist. Mit ihrer Wirkung geht die Energie in andere Formen über, ist also wandelbar.

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