Im Rahmen der laufenden Bauarbeiten im Bereich der Untermhäuser Straße haben sich nach dem Freischnitt des Hangbereichs neue Erkenntnisse zur Beschaffenheit und Standsicherheit des Hanges ergeben. Die Stadt möchte die Bürger über die gegenwärtige Situation und das weitere Vorgehen informieren.
Freischnitt macht bisher nicht erkennbare Bereiche sichtbar
In den vergangenen Wochen wurden im Hangbereich Bäume und Bewuchs entfernt sowie loses Material beräumt. Dadurch sind nun größere Gesteinsbereiche sichtbar geworden, die zuvor durch den dichten Bewuchs verdeckt waren.
Das Gelände ist an vielen Stellen sehr steil und teilweise nahezu senkrecht. Die jetzt erkennbaren Bereiche waren deshalb auch bei den mehrmaligen Begehungen während der Planungsphase und zu Beginn der Baumaßnahme nicht vollständig einsehbar.
Besonders betroffen ist ein größerer Abschnitt des Hanges von der nördlichen Baugrenze bis weit in den südlichen Bereich. Dort befindet sich eine geologische Schichtgrenze zwischen dem sogenannten Grauliegenden und dem darüber liegenden Zechsteinkalk. Eine Gesteinsschicht in diesem Übergangsbereich ist stark verwittert. Dadurch sind größere Überhänge und einzelne teilweise sehr große Gesteinsblöcke entstanden, von denen nach derzeitiger fachlicher Einschätzung eine Absturzgefahr ausgehen kann.
Bestehende Sicherung reicht für die neuen Erkenntnisse nicht aus
Die bisher hergestellte Trägerbohlenwand erfüllt nach gegenwärtigem Kenntnisstand die Anforderungen für die ursprünglich geplante Bauausführung. Durch die nun sichtbaren Gesteinsüberhänge und Blöcke hat sich die Situation jedoch verändert.
Aufgrund der Größe und des Gewichts einzelner Gesteinsblöcke sowie der möglichen Absturzhöhe muss damit gerechnet werden, dass sich lösende Steine über die bestehende Sicherungswand hinwegbewegen können. Bei besonders großen Gesteinskörpern kann auch eine Beschädigung der Wand nicht ausgeschlossen werden.
Damit ist nach den neuen Erkenntnissen eine dauerhaft ausreichende Sicherung des Hanges mit den bisher vorgesehenen Maßnahmen allein nicht gewährleistet.
Fachleute prüfen dauerhafte Lösung
Die Stadt lässt deshalb gemeinsam mit den beteiligten Fachplanern prüfen, welche zusätzliche Sicherung langfristig geeignet ist. Hierfür sind zunächst weitere geotechnische Untersuchungen sowie statische Berechnungen erforderlich.
Eine grundsätzlich mögliche Lösung könnte ein Steinschlagschutzzaun unterhalb der gefährdeten Überhänge sein. In diesem Bereich auf dem Grauliegenden steht ausreichend Platz zur Verfügung, um herabfallende Gesteinsstücke sicher zurückzuhalten. Zudem ist aufgrund der Geländeverhältnisse davon auszugehen, dass die Steine dort noch nicht die gleiche Geschwindigkeit und Energie entwickelt haben wie bei einem Absturz aus größerer Höhe.
In besonders gefährdeten Bereichen könnte darüber hinaus eine gezielte Sicherung einzelner Gesteinsbereiche mit Netzen und Ankern in Betracht kommen.
Bei der Planung soll gleichzeitig der besondere geologische Wert des Hanges berücksichtigt werden. Der Bereich besitzt eine Bedeutung als Geotop. Deshalb sollen möglichst schonende Sicherungsmaßnahmen zum Einsatz kommen. Großflächige Beton- oder Spritzbetonschalen sollen nach derzeitiger Einschätzung vermieden werden.
Eine vollständige Beräumung der vorhandenen Gesteinsstufe ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der damit verbundenen erheblichen Eingriffe in den Hang keine umsetzbare dauerhafte Lösung.
Sicherheit hat oberste Priorität
Die neuen Erkenntnisse werden von der Stadt sehr ernst genommen. Ziel ist es, den betroffenen Bereich dauerhaft und zuverlässig zu sichern.
Die Stadt wird die weiteren Schritte eng mit den Fachleuten abstimmen und die Öffentlichkeit über die Ergebnisse und die geplante Sicherung informieren, sobald die erforderlichen Untersuchungen und Planungen abgeschlossen sind.
Die jetzt sichtbaren Schäden beziehungsweise Gesteinsstrukturen sind erst durch den Freischnitt des Hanges erkennbar geworden. Die Stadt hat die Situation daher nicht bewusst in Kauf genommen, sondern reagiert auf neue Erkenntnisse, die im Zuge der laufenden Arbeiten gewonnen wurden.
Die Stadt bittet die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis, dass die zusätzliche Planung und fachliche Prüfung Zeit in Anspruch nimmt. Sicherheit und eine nachhaltige Lösung haben Vorrang vor einer möglichst schnellen Fertigstellung.
QUELLE: STADTVERWALTUNG

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