Auf Grund der Bedeutung des Landschafts- und Naturraumes der Weißen Elster, ihrer Aue, ihrer Nebengewässer sowie angrenzender Umwelt, Natur und Landschaften setzt sich der gemeinnützige und ehrenamtliche Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e. V. – AHA – länderübergreifend für den Schutz, den Erhalt und die Entwicklung von arten- und strukturreichen Lebens- und Rückzugsräumen für Fauna, Flora und Funga, Biotop- und Grünverbundräumen, Kaltluft- und Frischluftentstehungsgebiete und -korridore sowie für einen nachhaltigen Umgang mit Hochwasser ein.
Das gilt auch für das Stadtgebiet von Gera. Unter Berücksichtigung der zahlreicher fachlicher und statistischer Angaben erstellte der AHA auch auf der Grundlage der Darstellungen des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz zu „Hochwasserrisiko- und Überschwemmungsgebiete“ mit Datum vom 24. August 2026 eine „Stellungnahme zum PVF Hochwasserschutz in der Stadt Gera an der Weißen Elster im Bereich Bahnbrücke bis Cubabrücke“.
Im Rahmen einer Fahrradexkursion am 10. Mai 2025 nahm eine Gruppe, bestehend aus Mitgliedern des AHA, die Weiße Elster und ihre Aue zwischen den Städten Gera und Zeitz in Augenschein. Dabei wurde festgestellt, dass weiter Boden- und Grünflächen der Versiegelung für neue Verkehrstrassen, Wohn- und Gewerbegebiete sowie für Freizeit, Sport und Tourismus zum Opfer fallen. Der AHA weist darauf hin, dass die Reduzierung des Flächenverbrauchs ein zentrales umweltpolitisches Anliegen ist und zitiert entsprechend das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Nach Auffassung des AHA ist der Flächenverbrauch weiterhin viel zu hoch.
Für Geras Mitte fordert der AHA die Entsiegelung von Bodenflächen, den Erhalt bestehender Grünbereiche und die Entwicklung des Gebietes zwischen Kultur- und Kongresszentrum, Breitscheid-Straße und De-Smit-Straße zu einem „Zentralpark Gera“ mit Wiesen, Gehölz- und Aufenthaltsbereichen. Der Gessenbach und dessen Einzugsgebiet sind aus Sicht des AHA vollkommen naturfern gestaltet. Dieser Zustand entspreche nicht der Zielrichtung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.
Kritisch sieht der AHA die Beräumung und Abtragung der Kleingartenanlage „Huth“. Kleingartenanlagen werden als natürliche Refugien vieler Tier- und Pflanzenarten hervorgehoben. Sie tragen sehr effektiv zum Artenschutz gerade innerhalb von Städten bei und sind insbesondere für Insekten als Bestäuber unverzichtbar. Das Areal kann aus Sicht des AHA als zusätzliche Retentionsfläche dienen, ohne dass Pächter ihre Parzelle beräumen müssen.
Im Bereich des Weges entlang der Weißen Elster im Bereich des Karl-Harnisch-Stadions stellten die Exkursionsteilnehmer fest, dass eine Fällung von mindestens 44 Bäumen erfolgte. Dabei fielen zum Beispiel Arten wie Spitzahorn, Feldahorn, Eschenahorn, Silberweide und Hybridpappel der Motorsäge zum Opfer. Neben der unbegründeten Zerstörung von Lebens- und Rückzugsräumen von zahlreichen Tierarten, hat man so dem Landschaftsbild massiven Schaden zugefügt. Hier gilt es neben dem Schutz der begonnen sukzessiven Entwicklung, eine Wiederanpflanzung zu prüfen.
Im Bereich des Weges entlang der Weißen Elster im Bereich des Karl-Harnisch-Stadions stellten die Exkursionsteilnehmenden fest, dass eine Fällung von mindestens 44 Bäumen erfolgte. Dabei fielen zum Beispiel Arten wie Spitzahorn, Feldahorn, Eschenahorn, Silberweide und Hybridpappel der Motorsäge zum Opfer. Neben der unbegründeten Zerstörung von Lebens- und Rückzugsräumen von zahlreichen Tierarten, hat man so dem Landschaftsbild massiven Schaden zugefügt. Hier gilt es neben dem Schutz der begonnen sukzessiven Entwicklung, eine Wiederanpflanzung zu prüfen.
Hinsichtlich der Rückgabe von weiteren Retentionsflächen schlägt der AHA eine Ackerfläche südwestlich des Kleingartenvereins „Huth e. V.“, das Ruinengebiet zwischen Weißer Elster und Ruckdeschelstraße vor. Zudem sei die Umwandlung des Parks „An der Spielwiese“ in eine Aue notwendig, mit Hochwasserwänden als Abschirmung zu den südlich und westlich angrenzenden Wohngebieten.
Nach Ansicht des AHA ist die Wohnbebauung im Heinrichs-Quartier, da sie im Hochwassereinzugsgebiet der Weißen Elster liegt, nicht rechtmäßig entstanden. Somit sei ein Rückbau vorzunehmen. Auch der geplante Wohnpark Mozartstraße befindet sich im Hochwassereinzugsgebiet der Weißen Elster. Vermehrte Hochwasser haben ihre Ursache in der unvermindert fortgesetzten Bodenversiegelung, einer von wenig Nachhaltigkeit geprägten Landwirtschaft, welche zunehmend zu Bodenverdichtungen führt, sowie der zunehmende Verlust an Waldgebieten in Folge von Trockenheit und starker Sommerhitze – insbesondere in den Jahren 2018 bis 2020, schreibt der AHA.
Zur Kleingartenanlage zwischen Tobias-Hoppe-Straße und Stadtbahnbrücke schlägt der AHA seit längerem vor, dass man verlassene Gartenparzellen nicht erneut verpachtet. Die dabei zu erwartenden möglichen Fristen von bis zu 25 bis 30 Jahren gilt es in Kauf zu nehmen, um soziale Härten zu vermeiden und zudem generell die gesellschaftliche Akzeptanz für die Wiederausweitung von Retentionsflächen zu erhöhen. Ferner hält es der AHA für dringend geboten eine wissenschaftliche Konzeption zu entwickeln, welche den Umgang und Zukunft des Pflanzenbestandes von verlassenen und baulich beräumten Kleingärten beinhaltet und den Erhalt und die Weiterentwicklung dieser Grünbereiche als Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sichert sowie der Verbesserung des Stadtklimas dient.
Ferner hält es der AHA für geboten, den Mühlgraben bei der Schutz- und Entwicklungskonzeption zu berücksichtigen, und eine Rückgabe bzw. Wiederanbindung der Altaue im Bereich der Fasaneninsel an die aktive Aue der Weißen Elster zu prüfen. Sehr problematisch sieht der AHA Pläne, am Ufer der Weißen Elster entlang der Straßen Gries/Am Kupferhammer/Paul-Vogel-Weg schätzungsweise 75 standortprägende und ökologische bedeutsame Linden gegen eine Betonmauer zu tauschen, welche wasserbaulich Hochwasser abhalten soll. Abgesehen davon, dass dies im Fall der Fälle kein Qualmwasser abhält, drückt das aus Sicht des AHA einmal mehr aus, dass man statt obengenannter Rückgaben von Altauen an das Flusssystem, wieder einmal auf wasserbaulichen Umgang mit Hochwasser setzt.
In seiner Stellungnahme bekräftigt der AHA wiederholt die dringende Notwendigkeit zu verstehen, dass Fließgewässer, Auen und Hochwasser zusammengehören und so zu behandeln sind.
QUELLE: AHA

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