DAS THEATER VOM 9. BIS 11. OKTOBER 2026

Zu sehen ist eine Szene aus dem Ballett „La Traviata“ mit dem Opernchor und den Solisten des Theaters Altenburg Gera. (Bild: Theater/Ronny Ristok, Theaterfotograf)

Am Wochenende bringt das Theater in Gera einen Wohnzimmer-Krieg und Lebensgeschichten aus Ostthüringen auf die Bühne, lädt zu einem Ballettabend ein, verbindet alte Musik mit elektronischen Klängen, gewährt einen Blick hinter die Kulissen des Großen Hauses, und geht in einem interaktiven Theaterstück der Frage nach, wie eine bessere Welt aussehen könnte.

GERA

Willkommen im Wohnzimmer-Krieg
Yasmina Reza gehört zu den weltweit meistgespielten Theaterautorinnen. Ihr Erfolgsstück „Der Gott des Gemetzels“ ist am Freitag, den 9. Oktober 2026, um 19.30 Uhr im Großen Haus Gera zu sehen. Im Zentrum des Stücks stehen zwei Elternpaare, die sich treffen, um einen Streit zwischen ihren Söhnen zu klären. Was höflich und zivilisiert beginnt, eskaliert nach und nach: Gespräche kippen und wechselnde, paarübergreifende Allianzen und Gegnerschaften treiben dabei eine Abwärtsspirale voran, die immer tiefer in die menschlichen Abgründe der vier Figuren blicken lässt. Mit scharfzüngigen Dialogen entlarvt die französische Autorin Yasmina Reza mit dieser Komödie, wie extrem dünn der Lack der Zivilisation ist.

Ballettabend mit dem Thüringer Staatsballett
Das Thüringer Staatsballett lädt mit dem Ballettabend „Pulcinella/Jeu de Cartes“ am Samstag, den 10. Oktober, um 19.30 Uhr zu einer tänzerischen Zeitreise durch die Moderne ein. Im ersten Teil ist der Strawinsky-Klassiker „Pulcinella“ zu sehen. Choreograf Arshak Ghalumyan webt in seiner Neufassung eine kluge Rahmenerzählung ein: Er entführt das Publikum in die Ära der jungen Choreografin Yvonne Georgi, die das Werk bereits vor 100 Jahren in Gera inszenierte.
Im zweiten Teil des Ballettabends kehrt mit „Jeu de Cartes“ zu Igor Strawinskys Ballettmusik eine tänzerische Pokerpartie auf die Bühne zurück, die in der legendären Choreografie von John Cranko heute eine echte Rarität darstellt. Hier werden Tänzerinnen zu Spielkarten in einem virtuosen Machtspiel. Eine Einführung in die beiden Werke findet um 19 Uhr im Konzertsaal statt.

Lebensgeschichten aus Ostthüringen auf der Bühne
Am Samstag, den 10. Oktober, um 19.30 Uhr ist das Stück „Gehen. Kommen. Bleiben!“ im Puppentheater Gera zu erleben. Die Uraufführung  widmet sich in einer Mischung aus Rechercheprojekt und Objekttheater den Lebenswegen in und aus Ostthüringen und rückt den Strukturwandel im Osten aus Sicht derer in den Fokus, die hier leben – fernab von klischeehaften Außenansichten. Grundlage des Stücks ist eine intensive Spurensuche in der Region.
Die Künstlerinnen, beide in Thüringen verwurzelt, führten zahlreiche Gespräche mit Bewohnern, um individuelle Geschichten über Umbrüche seit dem Ende der DDR einzufangen. Josephine Hock, Trägerin des Berliner Ikarus-Preises, und die preisgekrönte Autorin Miku Sophie Kühmel (Shortlist Deutscher Buchpreis 2019) bringen diese Biografien über persönliche Gegenstände auf die Bühne.
Ein Abba-Fan-Beutel, ein Akkordeon oder eine Schreibmaschine, auf der einst ein folgenschweres Flugblatt entstand, werden zu zentralen Erzählern des Abends.

Alte Musik trifft elektronische Klänge
Das Heinrich Schütz Musikfest ist am Samstag, den 10. Oktober, um 19.30 Uhr mit einem besonderen Konzert auf der Bühne am Park in Gera zu Gast. Bei „Reütz – Experiment III“ treffen Werke von Heinrich Schütz, Dietrich Buxtehude und weiteren Komponisten des Barock auf elektronische Klänge und eine ungewöhnliche Stimme. Im Mittelpunkt steht die Klang- und Performance-Künstlerin Thea Soti. Gemeinsam mit dem auf Barockmusik spezialisierten Ensemble Paper Kite verbindet Thea Soti historische Musik mit zeitgenössischer elektronischer Musik. Die Musiker greifen dabei sowohl bekannte als auch weniger bekannte Stücke aus dem Werk von Heinrich Schütz auf und eröffnen neue Perspektiven auf seine Musik.

Blick hinter die Kulissen des Theaters Gera – Öffentliche Führung
Das Theater Altenburg Gera lädt am Sonntag, den 11. Oktober, um 11 Uhr zu einer öffentlichen Führung durch das Große Haus Gera ein. Dabei erhalten Theaterinteressierte Einblicke in Bereiche des Fünf-Sparten-Hauses, die dem Publikum während des regulären Vorstellungsbetriebs nicht zugänglich sind. Treffpunkt ist der Haupteingang des Theaters Gera. Der Rundgang führt unter anderem durch das Foyer, den Zuschauerraum, auf die große Bühne, in den Konzertsaal und in die Maske. So lässt sich das Theater einmal aus einer anderen Perspektive entdecken. Die Führung ist für Theaterinteressierte ab sechs Jahre geeignet. Tickets kosten sechs Euro, für Kinder, Jugendliche und Schüler ermäßigt drei Euro. Sie sind an der Theaterkasse im Theater Gera sowie jederzeit über den Webshop des Theaters erhältlich. Die Theaterkasse öffnet am Tag der Führung eine Stunde vor Beginn.

Premiere von „√Mytopia: Auferstanden aus Ruinen“
Wie könnte eine perfekte Welt aussehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das interaktive Theaterstück „√Mytopia: Auferstanden aus Ruinen“, das am Sonntag, den 11. Oktober, um 18 Uhr in der Bühne am Park Gera zu erleben ist. Das Publikum nimmt dabei eine aktive Rolle ein: Über eine App und verschiedene Abstimmungstools können die Zuschauer mitentscheiden, wie die Stadt der Zukunft gestaltet werden soll. Das Stück richtet sich sowohl an Neueinsteiger ohne Vorkenntnisse als auch an Kenner der √Mytopia-Reihe.

ALTENBURG

„Blutrote Spitzen“ · Die Auflösung – Finale des interaktiven Altenburg-Krimis
Wer im Sommer in Altenburg aufmerksam unterwegs war, konnte dem Geheimnis rund um die „Blutroten Spitzen“ auf die Spur kommen. Nun steht die Auflösung bevor: Am Freitag, den 9. Oktober, um 18 Uhr und 20 Uhr sowie am Samstag, den 10. Oktober, um 18 Uhr und 20 Uhr und am Sonntag, den 11. Oktober, um 11 Uhr lädt das Theater Altenburg Gera ins Heizhaus Altenburg zum Finale des interaktiven Altenburg-Krimis „Blutrote Spitzen“ ein. Bereits in der vergangenen Spielzeit hatte das Publikum Gelegenheit, sich gemeinsam mit der eigenwilligen TV-Kommissarin Lila Liliencron auf Spurensuche zu begeben. Nach den Vorstellungen im Juni und Juli wurde der Kriminalfall jedoch nicht abgeschlossen. Stattdessen konnten die Zuschauer den Sommer über selbst ermitteln: Versteckte Hinweise im Altenburger Stadtraum führten zu neuen Spuren und ließen immer weitere Zusammenhänge erkennen. Jetzt werden die gesammelten Hinweise zusammengetragen.
Gemeinsam mit dem Ermittlerteam rund um Lila Liliencron geht es im Heizhaus Altenburg darum, die offenen Fragen zu klären und das Geheimnis hinter den „Blutroten Spitzen“ zu lösen. Welche Spuren führen tatsächlich zum Täter? Welche Hinweise waren entscheidend – und was hat sich im Laufe der Ermittlungen als falsche Fährte erwiesen?

Giuseppe Verdis Meisterwerk „La Traviata“ auf der Bühne
Mit Giuseppe Verdis „La Traviata“ präsentiert das Theater Altenburg Gera in dieser Spielzeit einen der absoluten Höhepunkte der Opernliteratur. Das Werk, das zu den meistgespielten Opern weltweit gehört, ist erstmals am Sonntag, den 11. Oktober, um 18 Uhr im Theaterzelt Altenburg zu sehen. Im Mittelpunkt steht Violetta Valéry, die in der Glanz- und Glamourwelt von den Männern umschwärmt wird, jedoch längst den Glauben an ehrliche Gefühle verloren hat. Als sie Alfredo begegnet, eröffnet ihr dessen glühende Liebe einen neuen Lebenssinn. Doch die Verbindung wird durch harte gesellschaftliche Zwänge aufgerieben.
Der vor 125 Jahren verstorbene Giuseppe Verdi schuf mit „La Traviata“ ein berührendes menschliches Drama. Es verbindet die Sehnsucht nach Liebe in ewiger Jugend mit der Unerbittlichkeit des körperlichen Verfalls vor dem Hintergrund einer gnadenlosen Gesellschaft.

Eintrittskarten sind an den Theaterkassen sowie über die Webseite des Theaters erhältlich. Diese sind unter der Rufnummer 0365 8279105 bzw. 03447 585160 sowie über „https://theater-altenburg-gera.de/” erreichbar.

QUELLE: THEATER ALTENBURG GERA GGMBH

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*