Wie überall in Deutschland, haben es die bisherigen Vertreter konservativer Wähler auch in Bayern schwer. Die Konkurrenz rechts neben ihnen wird immer stärker. Doch die CSU will ihren Spitzenplatz verteidigen und auch im Bund eine relevante Kraft bleiben. Die Bundespräsidentenwahl am 30. Januar 2027 hat für sie deshalb eine große Bedeutung. Ilse Aigner, derzeit Präsidentin des Bayerischen Landtags, ist als Kandidatin im Gespräch.
Die Partei versucht sich nun in einem präsidialen Auftritt. Ebenso wie Söder vertritt auch Aigner einen abgrenzenden und wehrhaften Kurs gegenüber der AFD. Kurzfristig kann dieser Aufmerksamkeit verschaffen, doch langfristig ergibt sich ein Problem. Konservative Wähler haben das Gefühl, Leistung lohne sich nicht mehr. Wenn bei der Gegenüberstellung von Wahlkampfversprechen und der tatsächlich ausgeführten Politik zu große Diskrepanzen auftreten, geht die Glaubwürdigkeit verloren. Die Wähler entscheiden sich neu und werden in ihren Forderungen direkter, je länger sich nichts grundlegend ändert — wobei die Vorstellungen über die einzuschlagende Richtung immer weiter auseinandergehen.
Zeitversetzt ändert sich entsprechend das Erscheinungsbild der Parlamente. Die Risse ziehen sich bis ganz nach oben und werden von dort aus weiter vertieft. Ein gespaltenes Wahlvolk kann keine politische Eintracht hervorbringen, und ein gespaltenes Parlament keine Zufriedenheit im Wahlvolk. Somit steht bereits heute fest, wie das Ergebnis von Söders Strategie, die im Wesentlichen eine Fortsetzung der bisherigen ist, aussehen wird.

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