120 Jahre Botanischer Garten

Vor 120 Jahren entstand aus der Stiftung des Kommerzienrates Walther Ferber ein Botanischer Garten in Gera. Ziel war es, den Unterricht zu beleben und den Schülern praktisches Pflanzenwissen zu vermitteln. Ferber selbst war Mitglied in der 1858 gegründeten Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera und brachte seinen privaten Landschaftsgarten mit zwei Quellen, zahlreichen Gehölzen, aber vor allem auch mit dem herausragenden spätklassizistischen Gartenhaus mit Turm in die Stiftung ein. Geraer Lehrer, Botaniker und Gärtner gestalteten daraus einen botanischen Lehrgarten, der die Grundzüge der Vegetation im damaligen „Reußenland“ zeigen sollte. Generationen der Geraer Schüler haben diesen Garten besucht und erinnern sich an ihre Unterrichterlebnisse. Nicht immer standen die Zeiten günstig für den Garten, oft mangelte es an Personal und finanzieller Ausstattung. Aber engagierte Geraer Bürger, vor allem aus der Lehrerschaft, legten auch praktisch Hand an und leisteten einen wichtigen Beitrag, dass das 120-jährige Jubiläum gefeiert werden kann.
Seit 1957 bildet der Botanische Garten mit dem Museum für Naturkunde in Gera eine Kombination, die in dieser Form in Deutschland ziemlich einmalig ist. Museumsausstellung und Lebendpflanzensammlung des Gartens garantieren hohe Anschaulichkeit und Bildung.

Heute ist der Botanische Garten mit seiner Grünen Schule und seinen praktischen Unterrichtsangeboten, mit Pflanzenbörse, Pilzausstellung und Obstsortenschau, Kräuterführungen und vielem mehr aus dem öffentlichen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken. Die Anlage soll auch in den kommenden Jahrzehnten als grüne Oase und Lehrgarten gleichermaßen beliebt und anziehend sein.
Im Laufe des Jahres wird zur elften Liebhaber-Pflanzenbörse mit Kakteen- und Sukkulentenausstellung am 29. und 30. Juli eingeladen. Das traditionelle Erntefest mit der Pilz- und Obstsortenschau findet am 17. September statt. Hinzu kommen Kräuterführungen, die erste am 24. Mai, 16 Uhr, und die zahlreichen Veranstaltungen der „Grünen Schule“ am Abend auch für Erwachsene. Im vergangenen Jahr kamen knapp 7500 Besucher in den malerischen Garten, davon allein 1100 zu pädagogischen Veranstaltungen.

Die neue Saison im Botanischen Garten beginnt am Samstag, den 5. Mai, 10 Uhr. Anschließend gibt es eine Führung durch die frühlingshafte Anlage. Danach laden die Geraer Gehölzfreunde in der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e. V. zu einer gehölzkundlichen Exkursion durch Lusan ein. Treffpunkt ist 11.30 Uhr am großen Parkplatz Ende der Uhlstraße.
Im Sinne der geplanten Erweiterung des im Jahr 2016 veröffentlichten „Dendrologischen Wanderführers – Bäume in Gera“, der vor allem das Zentrum von Gera umfasst, wird der Gehölzbestand von Lusan vorgestellt. Augenscheinlich ist das seit den 1970er Jahren entstandene und in mehreren Bauabschnitten fertiggestellte Wohngebiet intensiv mit den unterschiedlichsten Gehölzen durchgrünt.

Von dem Treffpunkt in der Uhlstraße, an der seit Anfang April blühenden Reihe von Zierkirschen am Parkplatz, führt die Wanderung über die Fußgängerbrücke zum ehemaligen „Rosengarten“ weiter zur Zeulsdorfer Straße und fortführend bis zum Haltestellenbereich „Laune“. Dabei werden neben der Baumart Platane die unterschiedlichsten Gehölze in den öffentlichen Park- und Grünanlagen und auf den angrenzenden Grundstücken der Wohnungsgesellschaften, wie z. B. Amberbaum, Trauerbuchen, Kugelsteppenkirschen, Zierkirschen und japanische Schnurbäume zu sehen sein. So wurden z. B. die querenden Wohngebietsstraßen zur Zeulsdorfer Straße nach den Baumarten Birke, Ahorn, Kiefer und Lärche benannt und sind mit diesen Baumarten bepflanzt. Das „Brütetal“ verbindet die einzelnen Bauabschnitte mit einer Vielzahl von Freizeit- und Sportangeboten.

Die sachkundige Führung übernimmt Bärbel Kaschta vom Fachdienst Stadtgrün. Alle Gehölzfreunde und Gäste sind zu dieser Veranstaltung eingeladen.

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