STEIGENDE SCHULDEN BEI SINKENDER LEISTUNGSFÄHIGKEIT

Der Schuldendienst ist mittlerweile der drittgrößte Ausgabenposten in Deutschland. Einige Parteien fordern nun ein Aussetzen der Schuldenbremse, was die Aufnahme weiterer Kredite ermöglichen würde. Deutschland müsse investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben, heißt es. Das Problem: Es ist im Wesentlichen ein Wettbewerb der Produkte; entscheidend sind Absatz und Einnahmen — insbesondere, wenn Schulden aufgenommen wurden. Um mit Produkten wettbewerbsfähig bleiben zu können, benötigt man mindestens eine dieser Voraussetzungen: preisgünstige Energie, relevante Rohstoffe, niedrige Arbeitskosten, hochqualifizierte Entwickler.

Wer Schulden aufnimmt, um zu investieren, erwartet am Ende höhere Einnahmen. Er muss sicher sein, seine Leistungsfähigkeit steigern zu können. Deutschlands Entwicklungsrichtung ist jedoch mehr als beunruhigend. Die Energie ist im weltweiten Vergleich sehr teuer, das Bildungsniveau sinkt, und die Leistungsbereitschaft ebenso. Auch die Migration wird nicht zu einer Wendung führen, wenn der Anteil der Leistungsempfänger zu hoch ist. Was die kostenintensive Transformation der Wirtschaft anbelangt, kann diese im Grunde als ein Versuch angesehen werden, der künstlichen Verteuerung von CO₂ zu entgehen. Das gehört zur Strategie für einen Paradigmenwechsel.

Möglicherweise wird es dem Land dereinst so ergehen wie einem Hausbesitzer, der sein Gebäude großzügig umbaut und die zunehmende Kreditlast nicht mehr tragen kann, weil sein Einkommen nicht schritthält und die Familienmitglieder weder eine besondere Qualifikation haben noch arbeitsfähig sind. Dann muss er seine Habe freigeben — und wird nach Vollendung der Transformation vielleicht sogar glücklich darüber sein.

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