FALSCHE ANNAHMEN MIT FATALEN AUSWIRKUNGEN

US-Präsident Donald Trump hat sich offenbar von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu täuschen lassen. Anfangs waren er, Vizepräsident Vance, Außenministerin Rubio und General Caine gegen einen Angriff auf den Iran gewesen, doch dann gelang es Netanjahu, Trump umzustimmen. Das berichtet die Zeitung New York Times. Netanjahu war Mitte Februar 2026 zusammen mit David Barnea, dem Direktor des Mossad, und weiteren israelischen Militärangehörigen ins Weiße Haus gekommen, um eine Präsentation vorzuführen. Auch Pete Hegseth, Stabsleiterin Susie Wiles, CIA-Direktor John Ratcliffe sowie Jared Kushner und Steve Witkoff waren zugegen. Vizepräsident Vance befand sich zunächst in Aserbaidschan und kam erst hinzu, als Netanjahu schon abgereist war.

https://www.nytimes.com/2026/04/07/us/politics/trump-iran-war.html

In der Präsentation wurde der Krieg so dargestellt, als sei er leicht zu gewinnen. Trump ließ sich von einem geschwächten Regime überzeugen, von Protesten, die mit Hilfe des Geheimdienst weiter angeheizt werden können, von helfenden kurdischen Bodentruppen, und von einer gering Wahrscheinlichkeit, dass der Iran andere Länder angreift, und von einem erreichbaren Sturz der Führung. Während seine Berater der Präsentation kritisch gegenüber standen, schien Trump davon beeindruckt. Doch General Caine warnte den Präsidenten, sprach von israelischen Übertreibungen und nicht gut durchdachten Plänen. Vance soll sogar versucht haben, Trump von dem Vorhaben abzubringen.

Israel erweist sich inzwischen als unkalkulierbarer Faktor in dem Konflikt. Der US-Präsident drängte Netanjahu unlängst dazu, die Bombardierung des Libanon einzustellen. Denn das war die Bedingung des Irans für die Aufnahme von Verhandlungen in Islamabad. Weil die Positionen zu weit auseinanderliegen, hielten viele Beobachter eine Einigung über die Straße von Hormus schon vorab für unwahrscheinlich. Die USA wollen, was den weltweiten Handel anbelangt, eine Rückkehr zur alten Normalität, bei der sie die Bedingungen diktieren. Mit der Verlagerung des weltweiten Machtschwerpunktes nach Osten bahnt sich allerdings ein Umbruch an. Die zunehmende Aggressivität der USA ist letztendlich dem Überlebenskampf geschuldet. Ohne Petrodollar, Wirtschaftswachstum und das auf sie ausgerichtete System der Kapitalverdichtung droht eine schwere Krise, die sich auf alle westlichen Staaten ausweitet.

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