In Sachsen-Anhalt entfallen die meisten der zur Landtagswahl abgegebenen Stimmen auf die AFD. Mit 43,8 % sind es mehr als doppelt so viele wie vor fünf Jahren. Bis auf drei gewann sie alle Wahlkreise und erhielt somit 38 Direktmandate. Die Partei konnte viele Nichtwähler mobilisieren und CDU-Wähler gewinnen. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,8 % und war die höchste seit 1990.
Das Ergebnis der CDU hat sich mehr als halbiert. Sie erreichte nur 17,2 %. Das ist ihr schlechtestes Ergebnis in dem Bundesland. Sie erhielt kein einziges Direktmandat. Die bislang noch an der Regierung beteiligte FDP wird mit den erreichten 2,6 % nicht wieder in das Landesparlament einziehen. SPD, Linkspartei und Grüne erreichten 9,3 %, 8,6 % bzw. 8,9 %.
Eine absolute Mehrheit kommt für die AFD nicht zustande. Hierfür werden mindestens 42 der 89 Sitze benötigt. Bei einem Stimmenanteil von 43,8 % entfallen auf die Partei jedoch nur 39 Sitze, wenn zugleich auch das BSW mit 5,3 % einzieht. AFD-Spitzenkandidat Siegmund hatte geäußert, bei den Kernthemen Energie, Migration und innere Sicherheit keine Kompromisse einzugehen. Eine AFD-Minderheitsregierung schließt er aus. Das BSW signalisierte Gesprächsbereitschaft.
Die AFD hat in Sachsen-Anhalt eine breite Wählerbasis. Als stärkste Kraft in allen Altersgruppen und gesellschaftlichen Schichten erfüllt sie das Kriterium einer Volkspartei. Die Politiker der Partei führten einen bürgernahen Wahlkampf und suchten das Gespräch auf Augenhöhe. Ausschlaggebend für den Wahlerfolg war auch die hohe Präsenz im ländlichen Raum. Die Linkspartei fokussierte sich auf junge Wähler, erhielt drei Direktmandate, erreichte aber das schlechteste Ergebnis in dem Bundesland. Bündnis 90/die Grünen profitierten von Strategiewählern, die eine AFD-Mehrheit verhindern wollten.
Voraussichtlich am 1. Oktober kommt das neue Landesparlament zusammen. Die bisherige Regierung um Ministerpräsident Sven Schulze, CDU, bleibt zunächst geschäftsführend im Amt.

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