Ab dem 2. Oktober 2026 lädt das Museum für Naturkunde zu zwei neuen Sonderausstellungen ein. „Fabelhafte Tiere“ sowie „Hexenpflanzen und Zauberkräuter“. Während die eine Ausstellung die Welt der Fabeln mit zoologischem Wissen verbindet, widmet sich die andere der geheimnisvollen Kulturgeschichte magischer Pflanzen. Beide Ausstellungen zeigen, wie eng die Wahrnehmung der Natur mit Geschichten, Mythen und Vorstellungen des Menschen verbunden ist.
„Fabelhafte Tiere“ – zwischen Fabel und Wirklichkeit
Die Ausstellung „Fabelhafte Tiere“, ist vom 2. Oktober 2026 bis zum 29. August 2027 zu sehen. Sie verbindet zoologisches und naturkundliches Wissen mit der Welt traditioneller Fabeln und Erzählungen. Im Mittelpunkt stehen Tiere, deren charakteristische Eigenschaften und Verhaltensweisen seit Jahrhunderten genutzt werden, um moralische Botschaften zu vermitteln und gesellschaftliche Zusammenhänge anschaulich darzustellen. Besucherinnen und Besucher begegnen bekannten Figuren aus „Reineke Fuchs“: dem listigen Reineke, Braun dem Bären, Meister Lampe, Isegrim dem Wolf und Löwenkönig Nobel. Die berühmten Charaktere werden als eindrucksvoll inszenierte zoologische Präparate zum Leben erweckt. Darüber hinaus lädt der „Rat der Tiere“ dazu ein, viele weitere außergewöhnliche Tierarten zu entdecken. Ergänzt wird die Präsentation durch ausgewählte Szenen aus Wilhelm Buschs „Hans Huckebein, der Unglücksrabe“. Auch die Geschichte „Unter dem Pilz“ sowie weitere bekannte Fabeln und Erzählungen werden vorgestellt, deren Figuren ebenfalls als zoologische Präparate zu sehen sind.
Doch wie viel Wahrheit steckt in den Eigenschaften, die den Tieren in Fabeln zugeschrieben werden? Die Ausstellung stellt den literarischen und kulturellen Vorstellungen die tatsächliche Biologie der Tiere gegenüber. Ökologische Funktionen, Verhaltensweisen und besondere Anpassungen zeigen, wie faszinierend die Tiere unabhängig von ihren Rollen in der Fabelwelt sind.
Freuen Sie sich auf eine abwechslungsreiche Entdeckungsreise zwischen Wissenschaft und Erzähltradition. Eine interaktive Museumsrallye lädt dazu ein, die Ausstellung spielerisch zu erkunden und die faszinierende Verbindung von Zoologie und Fabel aus einer neuen Perspektive zu erleben.
„Hexenpflanzen und Zauberkräuter“ – Pflanzen zwischen Wissen und Magie
Die Kabinettausstellung „Hexenpflanzen und Zauberkräuter“ ist vom 2. Oktober 2026 bis zum 4. April 2027 zu sehen. Sie führt in eine Welt, in der Pflanzen nicht nur als Nahrung und Heilmittel, sondern auch als geheimnisvolle Wesen mit besonderen Kräften betrachtet wurden. In Geschichten, Legenden und überlieferten Ritualen begegnen uns Pflanzen, denen die unterschiedlichsten Wirkungen zugeschrieben wurden. Sie sollten schützen und heilen, Liebe wecken, Visionen hervorrufen oder den Kontakt zur übernatürlichen Welt ermöglichen. Die Vorstellung von magischen Pflanzen entstand aus dem Zusammenspiel von Naturbeobachtung, Volksglauben, Medizin und Mythologie. Manche dieser Pflanzen besitzen tatsächlich starke pharmakologische Wirkstoffe und wurden sowohl in der Heilkunde als auch in rituellen Praktiken eingesetzt. Andere verdankten ihren Ruf auffälligen Formen, seltenen Eigenschaften oder ihrer Erwähnung in Sagen und Märchen.
Die Ausstellung lädt dazu ein, die spannende Welt der Zauber- und Hexenpflanzen zu entdecken. Sie zeigt, wie eng Wissen und Aberglaube, Wissenschaft und Mythos über Jahrhunderte miteinander verbunden waren. Tauchen Sie ein in die Geschichten von Alraune, Tollkirsche, Bilsenkraut und vielen weiteren Pflanzen, die bis heute unsere Fantasie beflügeln und einen faszinierenden Blick auf die Kulturgeschichte des Menschen eröffnen.
Eröffnung und Begleitprogramm
Die beiden Sonderausstellungen werden am 1. Oktober 2026 feierlich eröffnet.
Zum Höhlerfest am Freitag, dem 2. Oktober, können beide Ausstellungen ebenfalls besucht werden. Dazu bietet das Museum für Naturkunde Gera zwei Führungen an: um 14.30 Uhr durch „Hexenpflanzen und Zauberkräuter“ und um 15 Uhr durch „Fabelhafte Tiere“.
Über die gesamte Laufzeit begleitet ein abwechslungsreiches Programm die beiden Ausstellungen. Geplant sind unter anderem Vorträge, Lesungen und museumspädagogische Angebote. Die jeweiligen Termine werden auf der Webseite des Museums für Naturkunde Gera unter „www.gera.de/naturkundemuseum“ angekündigt.
QUELLE: MUSEUM FÜR NATURKUNDE

Kommentar hinterlassen