In Deutschland liegt die Geburtenrate auf dem niedrigsten Niveau seit 1946. Nur 654’300 Kinder kamen im Jahr 2025 zur Welt. Das sind 1,35 Kinder pro Frau. Gleichzeitig gab es 1,01 Millionen Sterbefälle. Damit erreicht auch das Geburtendefizit den höchsten Wert seit 1946. Der Negativtrend beschleunigt sich wieder.
Die Bestanderhaltungsrate von 2,1 Kindern pro Frau wäre auch dann unterschritten, wenn alle Frauen ihren Kinderwunsch verwirklichen könnten. Die Zahl stiege lediglich auf 1,76 an. Dieser Wert kann allerdings nur mit einem hohen Aufwand erreicht werden. Um Frauen eine größere individuelle Selbstverwirklichung zu ermöglichen, müssten Erziehungsaufgaben der Allgemeinheit übertragen werden und es bedarf einer umfassenden Förderung. Selbst dann nimmt die Wahrscheinlichkeit für Kinderlosigkeit zu, je höher qualifiziert Frauen sind.
Auch die Geburtenrate bei Menschen mit Migrationshintergrund sinkt, je länger sie in Deutschland leben. In der gegenwärtigen Situation wäre eine Bestandserhaltung nur mit dauerhafter Zuwanderung möglich. Die Ausgangsbedingungen in den Herkunftsländern und die niedrigen Kinderwunschzahlen aus Deutschland könnten zu der Schlussfolgerung führen, dass das Niveau von 2,1 nur erreicht werden kann, wenn Frauen mehr Kinder gebären, als sie sich selbst wünschen. Tatsächlich hat die Zuwanderung ihren Ursprung in Ländern mit geringem Entscheidungsspielraum für Frauen.
Gäbe es anderswo keine Ungerechtigkeit oder sozioökonomische Zwangslagen, würde Deutschland demnach aussterben. Eine Zuwanderung fände nicht statt. Das betrifft auch die meisten anderen Industrienationen, in denen Frauen gute Selbstverwirklichungsmöglichkeiten haben. Sie sind zur Bestandserhaltung ebenfalls auf ein globales Gerechtigkeitsgefälle angewiesen. Das Gesellschaftsmodell freiheitlicher Länder wäre somit nicht auf die ganze Welt übertragbar.

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