Wie wird gute Pflege auch in Zukunft sichergestellt? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Austauschs zwischen Sozialdezernentin Sandra Wanzar und der Geraer Heimbetriebsgesellschaft. Gemeinsam mit Geschäftsführer Andreas Götze sowie Mitarbeitern der kommunalen Pflegeeinrichtung diskutierte die Dezernentin über die geplante Pflegereform des Bundes und deren mögliche Auswirkungen auf die Versorgung vor Ort.
Für Sandra Wanzar steht fest: Pflege gehört zu den zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Bereits heute ist ein Großteil der Bevölkerung unmittelbar oder mittelbar mit dem Thema Pflege konfrontiert – als pflegebedürftiger Mensch, als Angehörige oder Angehöriger oder als Beschäftigte und Beschäftigter im Gesundheitswesen. Mit einer älter werdenden Gesellschaft wird diese Herausforderung in den kommenden Jahren weiterwachsen. Sozialdezernentin Sandra Wanzar betont:
„Pflege ist weit mehr als eine gesundheitspolitische Aufgabe – sie ist Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Deshalb ist es mir wichtig, frühzeitig mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die jeden Tag Verantwortung für pflegebedürftige Menschen übernehmen. Nur wenn wir ihre Erfahrungen kennen, können wir die Interessen unserer Stadt gegenüber Bund und Land glaubwürdig vertreten.“
Im Gespräch mit den Fachkräften wurde deutlich, dass die geplante Reform an vielen Stellen kritisch gesehen wird. Aus Sicht der Praxis besteht die Sorge, dass zusätzliche finanzielle Belastungen, steigende bürokratische Anforderungen und unsichere Rahmenbedingungen die ohnehin angespannte Situation in der Pflege weiter verschärfen könnten. Gleichzeitig braucht es aus Sicht aller Beteiligten verlässliche Voraussetzungen, um auch künftig in Pflegeeinrichtungen investieren und eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherstellen zu können.
Für die Stadt Gera liegt der kommunale Schwerpunkt dabei klar auf der Sicherung der Pflegeinfrastruktur vor Ort. Ebenso wichtig ist die Stärkung der sozialräumlichen Netzwerke, damit pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen frühzeitig Unterstützung erhalten und bestehende Angebote besser miteinander verzahnt werden. Pflege kann nur gelingen, wenn Kommunen, Pflegeeinrichtungen, soziale Träger, Ehrenamt und medizinische Versorgung eng zusammenarbeiten.
Die Geraer Heimbetriebsgesellschaft als hundertprozentige Gesellschaft der Stadt leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag. Mit ihren Angeboten sichert sie die pflegerische Versorgung an mehreren Standorten im Stadtgebiet und kennt die Herausforderungen der täglichen Praxis aus erster Hand.
Sandra Wanzar kündigte an, den Dialog mit den Einrichtungen fortzusetzen:
„Die Diskussion um die Pflegereform zeigt deutlich, dass wir Pflege nicht erst dann in den Blick nehmen dürfen, wenn Unterstützung benötigt wird. Wir müssen heute die Weichen dafür stellen, dass die Menschen auch morgen auf eine verlässliche und wohnortnahe Pflege vertrauen können.“
QUELLE: STADTVERWALTUNG

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