Hitzewellen und Klimakrisen bestimmen derzeit die Schlagzeilen in Deutschland. Zumindest für Gera und Umgebung ist das an den Temperaturen nicht ablesbar. Sie bewegen sich in dem für die Sommermonate üblichen Bereich. Gera ist bekannt für ein gemäßigtes Übergangsklima.
Den bislang höchsten Tageswert im Jahr 2026 registrierte die Wetterwarte neben dem Flugplatz am 27. Juni 2026. Die 37,5 °C stellen an sich keinen Rekord dar. Der höchste Wert seit 1950 waren die 39,6 °C im August 1994. Auffällig ist jedoch der Zeitpunkt. Zwar währte die erste Hitzewelle Ende Juni nur wenige Tage, doch sie setzte recht früh ein.
Insgesamt waren es mit Stand 22. August 2026 an 19 Tagen 30 °C oder mehr. Diese sogenannten heißen Tage variieren von Sommer zu Sommer sehr stark. Auffälligkeiten zeigen sich erst beim Vergleich der vergangenen Jahrzehnte. Ab den 2010er Jahren bewegen sich die Höchstwerte in den Monaten Juni, Juli und August häufiger im Bereich zwischen 30 °C und mehr. Es fehlen in der Langzeitstatistik kühle Sommermonate wie der Juli 2000, als maximal 25,5 °C erreicht wurden. Auch sommerliche Tiefstwerte von 0,5 °C bis 2 °C gibt es nicht mehr. Im gesamten Zeitraum seit Inbetriebnahme der Meßstelle ist eine Erwärmung erkennbar.
Die Regenmenge war in diesem Jahr zunächst gering, doch in den vergangenen Tagen kamen weitere Niederschläge hinzu, sodass für 2026 nun 377,8 Liter pro Quadratmeter angegeben werden. Wegen des Wetterphänomens El Niño und größerer Verdunstungsmengen in den Weltmeeren kann mit erhöhten Regenmengen im Herbst und Winter gerechnet werden. Ein guter Jahreswert für Gera wären 600 Liter pro Quadratmeter.
Was den menschlichen Einfluss auf das Klima anbelangt, wird häufig das CO₂ genannt. Doch es gibt wesentlich mehr menschliche Einflussfaktoren. Im Zeitraum von 1950 bis heute hat sich die versiegelte Fläche vergrößert. Diese trägt ebenfalls zur Erwärmung bei und verhindert das Einsickern von Wasser in den Boden. Die Luft ist um ein vielfaches sauberer als vor 40 Jahren. Es bilden sich weniger Wolken, da Ruß, Staub und Abgase als sogenannte Kondensationskeime dienen. Die Zahl der Sonnenstunden nimmt folglich zu. In geologischen Zeiträumen betrachtet ist das Weltklima gegenwärtig zu kühl.

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