Die steigenden Lebenshaltungskosten bestimmen über den Weg der Politik weiterhin den Kurs der USA. Es steht keine Beruhigung bevor, sondern ein Rollenwechsel bei der Verkörperung von Schuld und Hoffnung.
In den USA herrscht vielerorts Freude. Die Demokratische Partei hat sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat eine Mehrheit erreicht. Beide Kammern treten erst am 3. Januar 2027 in der neu gewählten Konstellation zusammen. Beobachtern zufolge richtete sich die Wahl vornehmlich gegen den US-Präsidenten. Die Stimme für Politiker der Demokraten wurde vielfach nicht aus Überzeugung vergeben, sondern zur Abstrafung Donald Trumps.
Ausschlaggebend waren die hohen Lebenshaltungskosten, insbesondere die Kraftstoffpreise, die entgegen der Wahlversprechungen von Donald Trump gestiegen sind. Der Krieg gegen den Iran war ein weiterer Grund, zumal da er sich ebenfalls preissteigernd auswirkt. Die Strategie, mit hohen Zöllen eine Re-Industrialisierung zu erzwingen, hat erhebliche Nebenwirkungen, wenngleich sich die ökonomische Situation der USA tatsächlich langsam bessert.
Durch die neuen Verhältnisse im Kongress wird der US-Präsident vor allem innenpolitisch geschwächt. Außenpolitisch ist er weniger eingeschränkt, weshalb hier ein energischeres Vorgehen erwartet wird. Bis zum 3. Januar kommenden Jahres hat er noch einen verhältnismäßig großen finanziellen Spielraum.
Viele Bürger sehnen sich zurück nach dem vertrauten alten Amerika mit seinen früheren Aufstiegsmöglichkeiten. Eine Rückkehr in diesem Zustand ist wegen der neuen globalen Kräfteverhältnisse, die sich nachteilig auf die USA auswirken, jedoch nicht mehr möglich. Auch im transatlantischen Verhältnis ist keine wesentliche Besserung zu erwarten. Ein etwaiger Präsident der Demokraten würde die politische Leitlinie „America First“ nicht verlassen, sondern diese mit wohlklingenderen Worten und einem Lächeln verkleiden. Das Grundproblem, welches unter anderem das Symptom steigender Lebenshaltungskosten hervorruft, gab es bereits vor Trump und wird in der Tendenz fortbestehen. Käme es nach dem Iran-Krieg zu einer Entspannung, wäre diese nur von kurzer Dauer. Die allgemeine langfristige Preisentwicklung ändert sich nicht. Die Regierung kann nur noch die Geschwindigkeit des Prozesses ein wenig beeinflussen, diesen aber nicht mehr umkehren, weil das den Wählern eine nicht vermittelbare Kraftanstrengung abverlangen würde. Die Ausgangslage bleibt somit gleich, was bedeutet, dass der Unzufriedenheit bei jeder Wahl neue Schuldige und neue Hoffnungsträger gegenüberstehen, wobei das Spaltungspotenzial zunimmt.
Die USA bewegen sich demgemäß weiter in eine innere Unruhephase hinein, die im Kern durch finanzielle Nöte ausgelöst wird. Der Konsum ist höher als die Produktion; die Schulden steigen, was die finanziellen Handlungsspielräume spürbar einschränkt. Das Wohlstandsversprechen kann folglich nicht mehr gehalten werden. Auch den Parteien selbst stehen unruhige Zeiten bevor. Um das wirtschaftliche Überleben kämpfende Wähler suchen sich keine gemäßigten politischen Vertreter, sondern neigen tendenziell zu radikaleren Forderungen, was Personen in Parteien befördert, die für innere Verwerfungen sorgen und den Parteien schließlich eine andere Farbe verleihen.

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