MYSTERIÖSE CYBER-ATTACKEN AUF KÜHLSYSTEME

In Europa werden aus mehreren Ländern Cyber-Attacken auf Kühlsysteme gemeldet. Über das Internet verschaffen sich die Täter Zugriff auf die Fernwartungs- und Steuerungssysteme gewerblicher Kälteanlagen. Betroffen sind nach derzeitigem Kenntnisstand Geschäfte in Schweden, Belgien, Luxemburg, Estland, Irland, Finnland, Dänemark, Italien, Rumänien, Deutschland und die Niederlande. In Deutschland melden die Edeka Filialen in Reisbach/Bayern und Lilienthal bei Bremen Sachschäden durch Überwärmung. In den Landkreisen Kaiserslautern und Kusel waren ein lebensmittelverarbeitender Betrieb und ein Supermarkt Ziel des Angriffs. In Nordrhein-Westfalen sind zwei von der Arbeiterwohlfahrt betriebene CAP-Märkte und ein Rewe-Markt in Raesfeld betroffen. Aus Italien werden ebenfalls mehrere Angriffe gemeldet. Mehrere Coop-Filialen auf Sizilien, darunter drei in Catania und eine in Palermo, melden Schäden. In Rumänien sind es mindestens sechs Geschäfte, in Belgien mehr als zehn. Nicht alle geschädigten Unternehmen haben die Vorfälle veröffentlicht.

Bereits Mitte Oktober 2026 gab es einen Cyber-Angriff in Frankreich, der rund 150 Supermärkte traf. Inzwischen hat die EU-Kommission zwei Krisentreffen einberufen. Mit eingebunden sind die EU-Agentur Enisa und die Polizeibehörde Europol. Zu den möglichen Urhebern liegen noch keine Erkenntnisse vor. Es gibt bisher keine Bekennerbriefe, Erpresserschreiben oder eindeutige digitale Spuren, die einer bestimmten Hacker-Gruppe oder einem Staat zugeordnet werden können. Die Angreifer nutzten Sicherheitslücken in älterer, mit dem Internet verbundener Steuerungstechnik. Betroffen sind vor allem Geräte der Hersteller Danfoss und Sabcobel, bei denen veraltete Software oder Standardpasswörter verwendet wurden.

Grundsätzlich erhöhen internetfähige Kühlanlagen durch die kontinuierliche Überwachung die Lebensmittelsicherheit. Bei einem Stromausfall, Kältemittelverlust oder anderen Störungen kann rechtzeitig reagiert und Ware umgelagert werden. In der Gesamtbetrachtung werden dadurch im Gegensatz zu früher große Mengen an Lebensmitteln gerettet.

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