SILVESTER — EINDRÜCKE AUS DEM STADTZENTRUM

Das Stadtzentrum war auch in der jüngsten Silvesternacht kein bevorzugter Ort zum Feiern. Eine Rahmenveranstaltung für die Allgemeinheit gab es nicht, keinen Countdown, und keine fröhlichen Passanten, die einander ein gesundes neues Jahr wünschen. Stattdessen waren häufig Detonationen mit ohrenbetäubendem Lärm zu hören. Andere Feuerwerkskörper erinnerten an Maschinengewehrsalven. In Zeiten zunehmender Unsicherheiten und schlechter Nachrichten ändern sich auch die Assoziationen.

Die meisten Besucher im Stadtzentrum schienen arabische Migranten zu sein. Jedenfalls war deren Sprache besonders häufig zu hören. Gekommen waren etwa genauso viele Menschen wie ein Jahr zuvor. Der gemeine Geraer hat sich offenbar weitgehend zurückgezogen und feiert lieber in seiner Wohngegend. Somit wirkte auch das Winterdorf recht verloren. Vorab zeigten sich viele Einheimische offen für ein Verbot der privaten Knallerei. Es wurde die Vermutung geäußert, dass sich bei zunehmender Frustration irgendwann die Zielrichtung der Raketen ändern könnte. Die Angst, dass mit der Pyrotechnik Wut statt Freude zum Ausdruck gebracht wird, nimmt von Jahr zu Jahr zu.

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