GROSSÜBUNG IM ZIVIL- UND KATASTROPHENSCHUTZ

Im Zeitraum von 8 Uhr bis 14.30 Uhr findet im Gewerbegebiet Zoche eine großangelegte Übung statt. Ziel ist die realitätsnahe Darstellung und Erprobung eines Behandlungsplatzes zur Versorgung von bis zu 50 Patienten im Rahmen einer angenommenen Großschadenslage. Im Szenario wird ein Ereignis mit zahlreichen Verletzten simuliert. Dabei üben die Teilnehmer insbesondere die Zusammenarbeit verschiedener Hilfsorganisationen sowie die medizinische Versorgung und Verteilung von Patienten.

Grundlage ist ein fiktives Erdbeben der Stärke 7,1 im Landkreis Zwickau mit sehr hohem Zerstörungsgrad, massiven Schäden an Gebäuden und Infrastruktur sowie erheblichen Auswirkungen auf das Krankenhaus in Werdau sowie das Klinikum in Zwickau. Der angenommene Zerstörungsgrad liegt bei etwa 50 %. Gebäude sind in diesem Szenario beschädigt oder einsturzgefährdet. Verkehrswege können teilweise nicht genutzt werden. Strom-, Wasser- und Kommunikationsversorgung sind massiv beeinträchtigt. Das Krankenhaus Werdau kann in der Übungsannahme nicht mehr arbeiten, das Klinikum Zwickau nur noch eingeschränkt.

Um die medizinische Versorgung trotzdem sicherzustellen, werden die Patienten aus dem
Schadensgebiet herausgeführt und an drei Behandlungsplätzen außerhalb des betroffenen Gebietes
gesammelt. Einer dieser Behandlungsplätze ist der am Lidl-Zentrallager im Gewerbegebiet Zoche. Von dort aus werden die zugewiesenen Patienten im Rahmen der Übung medizinisch versorgt, transportfähig gemacht und auf geeignete Krankenhäuser im gesamten Bundesgebiet verteilt. Die Übung prüft damit nicht nur den Aufbau eines Behandlungsplatzes, sondern vor allem die Schnittstellen zwischen Führung, Medizin, Logistik, Transport, Registrierung und aufnehmenden Kliniken. Trainiert wird, wie aus vielen einzelnen Maßnahmen ein geordneter, nachvollziehbarer und belastbarer Ablauf entsteht.

An der Übung beteiligen sich zahlreiche Organisationen aus Thüringen, darunter Feuerwehr, Rettungsdienste, Hilfsorganisationen, Katastrophenschutzbehörden sowie medizinische Einrichtungen. Ziel ist es, die Einsatzfähigkeit bei komplexen Schadenslagen weiter zu verbessern und die Zusammenarbeit überregional zu festigen. Rund 200 Personen, darunter 125 ehrenamtliche Kräfte der MTF 26 Ost, sind im Einsatz und üben den koordinierten Aufbau und Betrieb des Behandlungsplatzes für bis zu 50 Verletzte am Lidl-Zentrallager. Einsatzauftrag ist der Betrieb des Behandlungsplatzes ab 11 Uhr zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung und der Transportfähigkeit zugewiesener Patienten. Der Leistungsumfang umfasst die Sichtung, Erstversorgung/Anbehandlung, Stabilisierung, Transportorganisation und bundesweite Verteilungslogistik.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*