Für Dienstag, den 4. August 2026, wurde eine dringliche Videokonferenz der Innenminister der EU-Staaten anberaumt. Der Grund sind die Vorfälle in Ceuta. Rund 60’000 Menschen aus Marokko waren innerhalb kürzester Zeit die spanische Exklave eingedrungen. Einwohner sprachen von einem Kontrollverlust und teilten ihre Beobachtungen in den sozialen Netzwerken. Auf dem EU-Festland sorgen die Bilder für Unruhe.
https://www.consilium.europa.eu/en/meetings/jha/2026/08/04
Thema der Sitzung werden die Ursachen und Folgen des Ansturms sein. Hierbei wird zum einen das Verhältnis zwischen Spanien und Marokko und eine mögliche Erpressbarkeit thematisiert, zum anderen die Entscheidung eines spanischen Gerichts zur Aufnahme von Menschen, die schwimmend die Exklave erreichen.
Unterdessen wächst der Druck auf die Politik, Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis schneller abzuschieben. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder äußerte sich hierzu im ARD-Sommerinterview. Er ist wegen der hohen Zustimmungswerte für die AFD besorgt. Inzwischen reagieren auch Politiker der Parteien SPD und Grüne mit ungewohnt kritischen Worten auf die Ereignisse. Unter anderem ist von einer gezielten Provokation die Rede. Sara Nanni, Mitglied der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, äußerte in der „Rheinischen Post“, es gebe Hinweise, dass es sich um eine Aktion zur Destabilisierung und politischen Spaltung Spaniens und Europas handelt. Sonja Eichwede von der SPD vermutet eine durch gezielte Falschinformationen gesteuerte Bewegung. Sie sprach von einem perfiden Geschäft von Schleusern, dem Europa entgegentreten müsse.

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