In Halle 1 der Messe Erfurt GmbH hält die AFD am 4. und 5. Juli 2026 ihren 17. Bundesparteitag ab. Zahlreiche Gegner versuchten am Samstag, die Veranstaltung durch Blockaden zu verhindern, kamen aber zu spät. Die meisten Delegierten waren bereits zwischen 4.30 Uhr und 5 Uhr angereist. Gegen 16 Uhr wurde die blockierte Bundesautobahn 71 wieder für den Verkehr freigegeben.
Die Polizei muss die gesetzlich verpflichtende Parteiveranstaltung mit hohem Aufwand absichern. Angemeldet sind mehr als dreißig Versammlungen, die gegen die AFD gerichtet sind. Am Vormittag bewegte sich ein Demonstrationszug vom Hauptbahnhof zum Gothaer Platz. Ersten Einschätzungen zufolge beteiligten sich rund 20’000 Menschen an den Gegendemonstrationen. Unter ihnen sollen rund 2500 gewaltbereite Linksextremisten sein. Es gab mehrere Übergriffe auf Journalisten. Die Einsatzkräfte stellten bei einigen Gegendemonstranten pyrotechnische Erzeugnisse und Schlagstöcke sicher.
Nach einer Grußrede von Tino Chrupalla begann das Programm der AFD planmäßig. Fast alle der rund 600 Delegierten trafen pünktlich ein. Die beiden Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla stellten sich erneut zur Wahl und wurden bestätigt. Weidel konnte erwartungsgemäß mehr Stimmen auf sich vereinigen als Chrupalla. Sie hat innerhalb der Partei einflussreichere Verbündete und genießt in der Basis eine breitere Unterstützung. Hannes Gnauck wurde zum neuen Bundesschatzmeister gewählt. Auf Wunsch von Alice Weidel zogen Delegierte einen Antrag zur Änderung der Unvereinbarkeitsliste kurzfristig zurück. Der Bundesvorstand sollte dazu beauftragt werden, die Liste binnen eines Jahres zu überarbeiten. Weidel versprach die Abhandlung zu einem späteren Zeitpunkt und verhinderte damit eine kontroverse Debatte innerhalb der Partei. Ein deutlich größeres Spaltungspotenzial liegt in der Frage zum Umgang mit Russland. Dieses Thema steht nicht zur Diskussion. Viele Landesverbände im Westen Deutschlands teilen nicht die Auffassung von Tino Chrupalla.

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